Serrala hat einen neuen Mehrheitsgesellschafter: Seit Ende August ist der Private-Equity-Investor Hg bei dem Hamburger Softwarehaus investiert – und wirbelt die Welt der Treasury-Management- und Payment-Systeme einmal mehr durcheinander. Prinzipiell wäre auch ein strategischer Käufer für den TMS-Anbieter in Frage gekommen. „Wir haben uns das bewusst offengehalten, als wir auf der Suche nach dem richtigen Partner für die nächste Wachstumsphase waren“, sagt Christoph Dubies, Chief Operating Officer bei Serrala. Bei Hg habe besonders „die Expertise im Softwarebereich“ überzeugt. Mit dieser wollen die Hamburger nun weiter angreifen.
In der Tat gehören einige Vertreter dieser Branche zum Hg-Portfolio: So übernahm der Private-Equity-Investor Ende 2019 P&I, eine HR-Plattform, und ein Jahr später F24, einen Spezialisten für Notfall-Management-Software. Im April dieses Jahres hat Hg von dem Tech-Investor Brockhaus zudem die Firma Auvesy, einen Spezialisten für Automatisierungssoftware, gekauft. Im Themenfeld Finanz-/Treasury-Software ist Hg schon investiert, beispielsweise mit Sovos (E-Rechnungen), Visma (Business Software) sowie Insightsoftware (Berichtswesen).
Serrala: Familie reduziert Anteile nach Hg-Deal
Mit der Mehrheitsübernahme durch Hg werden neben dem Altinvestor Waterland auch die Gründerfamilie weiter verwässert. Als der niederländische PE-Investor Waterland im Jahr 2016 einstieg, gab die Familie circa 50 Prozent ihrer Anteile ab. Im Zuge der Zukäufe in den vergangenen Jahren hätten zudem die Gründer- und Managementteams der übernommenen Unternehmen Anteile an Serrala erworben, wodurch sich die Struktur der Anteilseigner kontinuierlich verändert habe, heißt es von Serrala.
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Damit ist auch der Familienanteil weiter gesunken, sie sei aber weiterhin „signifikant“ investiert. Die genaue Höhe der Beteiligung ist aber nicht bekannt. „Es war klar, dass ein neuer Investor die Mehrheit übernehmen würde“, sagte CEO Sven Lindemann nach Bekanntgabe des Deals. Durchaus marktüblich ist, dass Investoren auch ein neues Management und Beiräte entsenden. „Details zum Thema Beirat wurden noch nicht besprochen. Dies wird sich zukünftig in Rücksprache mit unserem neuen Investor finden“, kommentiert Lindemann. „Grundsätzlich setzen wir auf Kontinuität der bisherigen Wachstumsstrategie.“
Mehr zu den Plänen von Serrala und was Marktbeobachter aus der TMS-Szene über den Deal denken, erfahren Sie in unserem E-Magazin 17/2021.
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