Treasury-Software: So will Pleo in Deutschland Fuß fassen

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Der Markt für Treasury-Systeme ist hart umkämpft, doch jetzt will mit Pleo ein weiterer Dienstleister sein Glück versuchen. Wie der Finanzsoftwareanbieter angekündigt hat, erweitern die Dänen ihr Angebot um eine Cash-Management-Lösung. Damit steige Pleo in den Treasury-Bereich ein, wie es explizit in der Mitteilung hieß.

Die neue Treasury-Suite werde 2025 schrittweise eingeführt, beginnend mit einem Finanz-Dashboard, das Unternehmen einen umfassenden Überblick über ihre Finanzmittel bieten soll. Im weiteren Verlauf würden Multi-Währungskonten, Devisenhandel, automatisierte Lösungen für Cash Management und Monitoring, konfigurierbare Benachrichtigungen, Unterkonten sowie Treasury-Konten mit Rendite folgen. „Bereits in der ersten Jahreshälfte 2025 haben die Kunden die Möglichkeit, die Tools zu testen“, schreibt Pleo in der Ankündigung.

Großangriff auf SAP, Coupa, Ion & Co.?

Ist es also ein Großangriff auf die bestehende Phalanx von SAP, Coupa oder Ion? Nein, sagt Amit Kahana, Head of Credit, Treasury und Cash Management Offering bei Pleo, gegenüber DerTreasurer. „Wir gehen mit einer gewissen Demut an die Sache heran.“ So sei die Entscheidung, in den Treasury-Markt einzutreten, aus einer besonders hohen Nachfrage der Kunden aus Deutschland entstanden. „Deutschland ist der Markt, wo unsere Kunden am meisten Interesse an Treasury-Lösungen zeigen.“

Zunächst wird die Treasury-Suite für bestehende Pleo-Kunden ausgerollt, die sich den Bereich zubuchen wollen, so Kahana. „Wir möchten Unternehmen zunächst einmal bei der Automatisierung bestehender Prozesse helfen.“ Später könne man dazu übergehen, Treasury-Abteilungen darauf aufmerksam zu machen, in welchen Bereichen sie vielleicht eine Verbesserung erzielen können. „Da planen wir dann, eine Künstliche Intelligenz einzusetzen.“ Ab 2026 könnten dann auch Nicht-Pleo-Kunden das Treasury-System buchen.

Deutscher Mittelstand im Fokus

Zielgruppe seien vor allem kleinere und mittelgroße Kunden mit einem Umsatz zwischen 15 Millionen und 100 Millionen Euro, so Kahana. War das Treasury bei diesen Unternehmen lange wenig entwickelt und oft etwa in der Buchhaltung angesiedelt, nimmt Kahana eine stärkere Professionalisierung wahr. „Viele dieser Unternehmen haben eine Treasury-Funktion mit einer beachtlichen Größe. Sie brauchen Tools, die ihre Arbeit unterstützen.“

Der Softwareanbieter Pleo wurde 2015 von den Fintech-Veteranen Jeppe Rindom und Niccolo Perra in Kopenhagen gegründet. Beide waren frühe Mitglieder des E-Invoicing-Anbieters Tradeshift. Pleo kommt, wie Bellin-Käufer Coupa, eigentlich aus dem Ausgabenmanagement. Als Referenzkunden nennen die Skandinavier etwa den Brillenhändler Mister Spex oder den Handyhersteller Everphone.

Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury.