VW-Krise trifft den Bondmarkt

29.10.15 09:28

Neue Auto-ABS-Emission von VW Leasing

Von Antonia Kögler

Die Krise bei Volkswagen hat nicht nur den Konzern selbst, sondern auch die Bondmärkte erschüttert. Jetzt meldet sich der Autokonzern mit einer neuen ABS-Transaktion zurück.

Mitiuc/iStock/Thinkstock/Getty Images

Der Autokonzern VW hat eine neue ABS-Transaktion platziert.

Der Skandal um die Manipulation der Abgaswerte bei Volkswagen hat nicht nur den Konzern selbst erschüttert. VW spielt am europäischen Bondmarkt eine dominante Rolle. Die Krise bei einem so wichtigen Marktteilnehmer sorgte in den vergangenen Wochen für eine steigende Volatilität am gesamten Markt. In den Tagen nach dem Beginn des Skandals wagte sich kaum ein Emittent aus der Deckung. Jetzt könnte der Autokonzern aber selbst wieder zur Normalisierung beitragen.

VW Leasing meldet sich mit einer neuen Auto-ABS-Transaktion zurück. Der Autobauer hat eine Verbriefung von Leasingverträgen mit einem Volumen von 857 Millionen Euro unter dem Namen VCL 22 platziert. Das Papier besteht aus einer Class-A-Tranche, die mit 1-Monats-Euribor plus 62 Basispunkten verzinst wird und ein Volumen von 800 Millionen Euro hat. Bei der ihr nachgeordneten Class-B-Tranche liegt der Aufschlag bei plus 150 Basispunkten und das Volumen bei 20,5 Millioen Euro. Bei der vorherigen Emission des Konzerns, VCL 21, lag die Verzinsung von A- und B-Tranche lediglich bei jeweils 20 und 60 Basispunkten über dem Euribor.

Merrill Lynch International, HSBC und SEB begleiten die Transaktion als Joint Lead Managers. Das Portfolio, das in der neuen Transaktion verbrieft wird, besteht aus rund 72.000 Leasing-Verträgen, die von VW Leasing an Privat- und Geschäftskunden ausgegeben wurden. Das Orderbuch war zum Platzierungspreis war für die Tranche A 1,2-fach und für die Tranche B 1,5-fach überzeichnet.

S&P beobachtet Folgen des Abgasskandals

Die Papiere der A-Tranche haben von Standard & Poor's ein vorläufiges Rating von AAA bekommen. Die B-Tranche des Papiers wird mit AA bewertet. Die Ratingagentur sieht keine Restwertrisiken in der Transaktion. Allerdings will sie genau beobachten, welche Folgen der Abgasskandal auf das ABS-Programm haben könnte.

Die gestiegenen Risiken schlagen sich bei der Transaktion auch in höheren Credit Enhancements nieder. Für Tranche A liegt sie bei 7,87 Prozent, bei der vorherigen Transaktion im Mai (VCL 21) waren es nur 7,3 Prozent. Für die Tranche B liegt sie jetzt bei 5,47 Prozent, nach 4,6 Prozent bei der vorangegangenen Transaktion des Automobilkonzerns.

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