Schienenlogistikunternehmen finanziert Übernahme von AAE

04.02.15 08:00

VTG platziert erste Hybridanleihe

Von Antonia Kögler

VTG platziert die erste Hybridanleihe des Unternehmens mit einem Volumen von 250 Millionen Euro. Damit will der Schienenlogistikkonzern einen großen Teil der Übernahme des Wagonvermieters AAE finanzieren.

VTG greift bei der Akquisitionsfinanzierung zur Hybridanleihe.

VTG Aktiengesellschaft

VTG greift bei der Akquisitionsfinanzierung zur Hybridanleihe.

Das Schienenlogistikunternehmen VTG hat zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte eine Hybridanleihe platziert. Die VTG habe mit diesem Instrument „einen weiteren Finanzierungskanal für sich eröffnet, der auch für die Zukunft interessant ist.“ In der Vergangenheit hatte der Hamburger Konzern bereits einen Konsortialkredit und eine US-Privatplatzierung zur Finanzierung genutzt.Mit dem Emissionserlös will VTG einen Teil der Übernahme des Wagonvermieters AAE – Ahaus Alstätter Eisenbahn Holding aus der Schweiz finanzieren und sich gleichzeitig den Zugang zu neuen Investorengruppen erschließen. Die Anleihe wurde Investoren in Deutschland, der Schweiz, Frankreich und England vorgestellt und stieß nach Angaben des Unternehmens auf großes Interesse.

Der eigenkapitalähnliche Bond des ungerateten Unternehmens über 250 Millionen Euro ist an der Luxemburger Börse im unregulierten Markt zum Handel zugelassen. Die nachrangige Anleihe ist mit 5 Prozent verzinst und kann nach fünf Jahren zum ersten Mal gekündigt werden. Danach wird der Zinssatz um 3 Prozentpunkte erhöht. Die HSBC hat die Transaktion als Bookrunner begleitet.

VTG: Finanzierungsplan über 370 Millionen Euro

Der Emissionserlös der Anleihe ist nur ein Teil des Finanzierungsplans der Übernahme von AAE. Das gesamte Konzept umfasst etwa 370 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang hat VTG bereits eine Eigenkapitalerhöhung über 7,4 Millionen neue Aktien durchgeführt, die der bisherige Inhaber der AAE Andreas Goer gezeichnet hat. Er erwirbt damit 26 Prozent am erhöhten Kapital der VTG. Der dritte Teil des Finanzierungskonzepts ist eine Barkomponente über 15 Millionen Euro.

Durch die Übernahme des Familienunternehmens AAE wächst die Flotte der VTG von 50.000 auf 80.000 Wagons, und die Bilanzsumme steigt auf etwa 3 Milliarden Euro an. Dies erhöhe „zukünftig die Anforderungen an eine ausgewogene und effiziente Fremdfinanzierung“, teilt das Unternehmen mit. Aus diesem Grund will VTG den Vorstand verstärken und holt sich dafür Mark Stevenson, den CFO der AAE, ins Boot.

Koegler[at]derTreasurer.de