„Komische Situation“

19.11.15 07:45

Kuka-Treasury platziert ersten Schuldschein

Von Jakob Eich

Peter Radtke, Head of Corporate Finance and Treasury bei Kuka, spricht mit DerTreasurer über die Schuldschein-Emission des Roboterbauers.

Der Roboterbauer Kuka hat einen Schuldschein über 250 Millionen Euro platziert.

Kuka

Der Roboterbauer Kuka hat einen Schuldschein über 250 Millionen Euro platziert.

Für Peter Radtke war die neueste Finanzierungstransaktion eine besondere Herausforderung. Der Leiter Konzernfinanzen und Treasury bei dem Roboterhersteller Kuka platzierte im Oktober einen Schuldschein mit einem Volumen von 250 Millionen Euro.

Im Vorfeld war die Stimmung bei dem Treasury-Experten aufgrund der erstmaligen Ausgabe eines Schuldscheins durchaus nervös: „Man weiß ja nie, wie so eine Debüttransaktion im Markt aufgenommen wird“, sagt Radtke. Besonders spannend: Das externe Rating von Kuka liegt derzeit außerhalb des Investmentgrades. Standard & Poor’s bewertet das Unternehmen, das 2014 knapp über 2,1 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete, mit BB+ (stabil). „Bei Moody’s sind wir mit Ba2 noch darunter angesiedelt, auch wenn der Ausblick positiv ist.“ Die Bankpartner bewerten Kuka jedoch durchweg im Investmentgrade. „Das war eine komische Situation. Wir wussten schließlich nicht, welche Einschätzung der Markt höher bewertet“, sagt der Treasury-Experte.

Kuka: Schuldschein-Investoren granular verteilt

Für die begleitenden Banken, die Landesbank Baden-Württemberg und die Unicredit, die als Arrangeure und Joint Bookrunner agierten, hat der Treasury-Chef ein Lob parat: „Das war ein gelungener Prozess. Die Emission haben wir uns im Vorfeld schwieriger vorgestellt“. Die beiden Institute hätten den potenziellen Investoren sehr gut deutlich gemacht, dass das externe Rating nicht die tatsächliche Situation von Kuka widerspiegelt. Auch das derzeit gute Marktumfeld für Schuldschein-Emissionen habe geholfen. Insgesamt investierten mehr als 80 Geldgeber in den Schuldschein. Die Aufteilung ist für das Finanzierungsinstrument typisch granular: „Über 60 der Investoren haben zwischen 500.000 Euro und 5 Millionen Euro angelegt.“

Welche Finanzierungsinstrumente Kuka neben dem Schuldschein nutzt und welche Herausforderungen Peter Radtke bei der Integration des Logistikkonzerns Swisslog lösen muss, erfahren Sie im E-Magazin 22-2015 von DerTreasurer.

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