Martin Bellin über den Einstieg eines Investors

13.02.17 09:51

„Wir beobachten den Markt schon lange“

Von Markus Dentz

Der Investor LEA hat sich beim TMS-Anbieter Bellin beteiligt. Firmengründer und CEO Martin Bellin spricht über die Hintergründe und Motive der Transaktion.

Firmengründer und CEO Martin Bellin spricht über den Einstieg des Investors LEA beim TMS-Anbieter Bellin.

Bellin

Firmengründer und CEO Martin Bellin spricht über den Einstieg des Investors LEA beim TMS-Anbieter Bellin.

Herr Bellin, vor kurzem hat sich der Investor LEA Partners an Ihrem Unternehmen mit einem zweistelligen Millionenbetrag beteiligt. Wie kam es dazu?
Grundsätzlich haben wir schon mehrere Jahre lang den Markt evaluiert und mit unterschiedlichen Investoren gesprochen, um unser Unternehmen weiter zu entwickeln. Mit LEA selbst verliefen die Gespräche erfreulich schnell konstruktiv und kamen damit letztlich zu einem erfolgreichen Abschluss.

In den vergangenen Monaten haben einige Treasury-Software-Anbieter neue Eigentümer bekommen oder Investoren beteiligt. Hat das Ihre Entscheidung mit beeinflusst?
Nein. Wir beobachten den Markt natürlich schon viel länger. An erster Stelle stand aber folgendes Motiv: Wir wollen Bellin weiterentwickeln und den bisherigen Erfolg auf eine noch breitere Basis stellen. Das Unternehmen ist seit jeher profitabel und sehr solide aufgestellt. Daher war zur Verwirrung einiger Investoren nicht die Finanzausstattung unser primäres Thema.

Ihre Unternehmenskennzahlen kommunizieren Sie eher zurückhaltend. Wo stehen derzeit Umsatz, Ertrag und Mitarbeiterzahlen?
In der Tat stellen wir diese Daten nicht in den Vordergrund unserer Kommunikation. Am Ende entscheidet sich eine Kunde ja nicht für uns, weil wir einen bestimmten Umsatz machen, sondern weil wir die passendste Lösung für ihn bieten können. Der Umsatz liegt aktuell bei ca. 20 Millionen Euro, wir sind überdurchschnittlich profitabel und erreichen dies mit etwa 150 Mitarbeitern.

„Im Mittelstand gibt es aber noch ein großes Potential.“

Was ändert sich nun für die Kunden?
Ich denke, wir haben mit LEA noch mehr Power und zeigen, dass wir eine hohe finanzielle und organisatorische Qualität haben. Gerade bei eigentümergeführten oder sehr großen Unternehmen stellen Kunden trotz guter Software die Frage, ob wir uns langfristig am Markt halten können. Dafür haben wir jetzt ein weiteres gutes Argument.

Im deutschsprachigen Raum haben Sie bereits zahlreiche Kunden. Wachstumschancen für TMS-Anbieter gibt es nach unserer Einschätzung vor allem im kleineren Mittestand, richtig?
Das stimmt. Erschlossen haben wir bisher schwerpunktmäßig Unternehmen ab einem Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Im Mittelstand gibt es aber noch ein großes Potential. Das versuchen wir durch intelligente Partnerschaften mit Banken - etwa mit der DZ Bank, der Bank Austria oder der UBS - zu heben.

Dentz[at]derTreasurer.de

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