LBBW zieht weiteres Kapitalmarktgeschäft an sich

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Erst BayernLB, dann Hamburg Commercial Bank und jetzt Helaba: Die LBBW fädelt den nächsten Deal innerhalb des Landesbankensektors ein, um ihr Kapitalmarktgeschäft zu stärken. Konkret wollen die Stuttgarter das Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement für die Sparkassenkunden der Helaba übernehmen. Darüber hinaus wird die LBBW das komplette Verwahrstellengeschäft für Spezial- und Publikumsfonds der Helaba an sich ziehen.

Im Gegenzug soll die Landesbank Hessen-Thüringen künftig das dokumentäre Auslandsgeschäft – also das Business rund um Akkreditive und Garantien – sowie den Auslandszahlungsverkehr für Sparkassen und deren Kunden von der LBBW übernehmen. Auch das Sorten- und Edelmetallgeschäft soll von Stuttgart nach Frankfurt wandern. Das verabredeten die beiden Geldhäuser im Zuge einer Absichtserklärung, die am vergangenen Donnerstag unterzeichnet wurde.

Spezialisierung statt Super-Landesbank?

Die angestrebte Zusammenlegung der Geschäfte diene der „Sicherstellung der sehr hohen Produkt- und Servicequalität vor dem Hintergrund der weiterhin sehr großen Wettbewerbsintensität“, teilten die beiden Geldhäuser mit. Mit der Bündelung von Kompetenzen wolle man den Sparkassensektor stärken.

Anders als die Genossenschaftsbanken mit der DZ Bank hat der Sparkassensektor nicht das eine zentrale Geldhaus. Vorhaben, durch Fusionen eine Super-Landesbank zu schmieden, waren in den vergangenen Jahren mehrfach gescheitert. Nun versuchen die verbleibenden großen Landesbanken mit Kooperationen und wechselseitige Übernahmen die Spezialisierung innerhalb des Sektors voranzutreiben.

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Geschäft mit eigenen Firmenkunden ist nicht betroffen

Die Spezialisierung bezieht sich allerdings lediglich auf das Sparkassengeschäft, sprich vor allem auf kleinere Unternehmenskunden. Im eigenen Firmenkundengeschäft werden LBBW und Helaba weiterhin eigenständig agieren. So wird die LBBW auch künftig das dokumentäre Auslandsgeschäft sowie den Auslandszahlungsverkehr für ihre Firmenkunden ausführen. Die Helaba kümmert sich auch weiterhin um das Zins-, Rohstoffmanagement und Währungsmanagement für ihre Unternehmenskunden.

Bislang haben die beiden Geldhäuser lediglich eine Absichtserklärung unterzeichnet. Die detaillierte Ausgestaltung der Übertragung der jeweiligen Geschäftsaktivitäten werde Gegenstand weiterer Gespräche sein, teilten LBBW und Helaba mit. Vor diesem Hintergrund wollte sich ein LBBW-Sprecher auch nicht zu der Frage äußern, in welchem Umfang Geschäfte abgeben beziehungsweise ins Haus geholt würden. Auch zu der Frage, ob und wie Mitarbeiter wechseln würde, lehnte die Bank einen Kommentar ab.

LBBW mit drittem Deal in einem Jahr

Die LBBW hat in den vergangenen Monaten bereits durch andere Deals ihr Kapitalmarktgeschäft gestärkt: Von der Hamburg Commercial Bank (HCOB) übernahmen die Stuttgarter im April ebenfalls das Geschäft mit Zins-, Währungs- und Rohstoffabsicherungen für Firmenkunden der Sparkassen. Die Hamburg Commercial Bank, ehemals HSH Nordbank, trennte sich im Zuge der Privatisierung von diesen Geschäftsbereichen. Im Oktober 2020 gab es bereits einen ähnlichen Deal mit der BayernLB.