Die BayernLB transformiert ihr Kapitalmarktgeschäft.

BayernLB

15.09.20
Finanzen & Bilanzen

BayernLB: Das ändert sich für Firmenkunden

Die BayernLB will eine Spezialbank werden. In diesem Zusammenhang baut die Landesbank auch ihr Kapitalmarktgeschäft um. Ein neues Produkt kommt ins Portfolio, andere Bereiche werden eingestellt.

Die BayernLB will sich bis Ende 2023 zu einer Spezialbank transformieren. Diese soll ihren Fokus „ganzheitlich“ auf Branchen wie Mobilität, Technologie, Energie und Co. legen. Der auf einzelne Produkte und Regionen fokussierte Ansatz der Münchener ist damit bei der Beratung von Firmenkunden eigenen Angaben zufolge perspektivisch passé.

Dieser Schritt hat auch Folgen für das Firmenkundengeschäft und das Kapitalmarktgeschäft der Landesbank im Freistaat: Seit Jahresbeginn sind diese beiden Segmente im neu aufgebauten Bereich Corporates & Markets zusammengefasst. Damit einher geht aber ein Abbau von 400 Stellen im Kapitalmarktgeschäft, was die BayernLB ebenfalls bereits Ende Dezember 2019 verkündet hatte.

Wollen die Bayern damit ihr Kapitalmarkgeschäft komplett stutzen? Paul Kuhn, Head of Debt Capital Markets (DCM) bei der BayernLB, hält dem entgegen: „Der Stellenabbau erfolgt entlang der gesamten Wertschöpfungskette, also maßgeblich auch im Backoffice wie Abwicklung, Rechtsberatung oder Research. Im Corporate-Bereich ist kein Stellenabbau geplant.“ Im Gegenteil sei das Fremdkapitalgeschäft mit Unternehmen (DCM) ein „Kernpunkt der Firmenkundenstrategie“. Kuhn betont: „Das wollen wir weiter stärken.“

BayernLB nimmt Commercial Paper in Produktpalette auf

Hierfür nimmt die BayernLB ein weiteres Produkt in ihre Palette auf: „Wir haben nun das Commercial Paper Business für Unternehmen bei uns im Kapitalmarktgeschäft zentralisiert und an meinen Bereich angedockt“, sagt DCM-Chef Kuhn, der seit dem 1. April nicht nur das Kapitalmarktgeschäft für Unternehmen, sondern auch für den Öffentlichen Sektor und Financial Institutions leitet. Dadurch sei nun die bisher vorhandene „Lücke“ zwischen den kürzeren und längeren Laufzeiten bei den Wertpapieren geschlossen worden. Der CP-Markt war durch die Coronakrise in diesem Jahr zeitweise stark gestört. Dennoch verweist die BayernLB alleine im Juli diesen Jahres auf 34 CP-Einzeltransaktionen mit einem Volumen von weit über 1 Milliarde Euro für Unternehmenskunden.

Andere für Treasurer relevante Bereiche im Kapitalmarktgeschäft gibt die BayernLB hingegen auf. So wird sie künftig kein Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement für die Unternehmenskunden der Sparkassen im Freistaat mehr anbieten. „Dies ist ein konsequenter Schritt im Rahmen unseres Transformationsprogramms, das in den nächsten Jahren eine klare Fokussierung der Bank vorsieht“, sagt Kuhn weiter. „Deshalb werden wir dieses Geschäft an die LBBW übertragen.“ So könnten die beiden süddeutschen Landesbanken „Skaleneffekte heben und sich weiter fokussieren“. Die LBBW hatte 2017 beschlossen, sich strategisch neben einer forcierten Digitalisierung und einem Fokus auf Nachhaltigkeit auch auf den Ausbau des Geschäfts mit den Sparkassen zu konzentrieren.

Paulus[at]derTreasurer.de

Keine Neuigkeiten aus dem Treasury mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos unser E-Magazin und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen im Treasury auf dem Laufenden.