ING-Plattform will KYC vereinfachen

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KYC-Checks sind für viele Treasurer ein Ärgernis – sie dauern lange und sind lästig. Das liegt vor allem daran, dass die Banken für ihre Prüfungen sehr viel Zeit benötigen und unterschiedliche Anforderungen haben. Auf dem Markt gibt es einige Ansätze, die das Thema beschleunigen wollen, unter anderem das Register von Swift. Auch die Plattform Coorp ID, die von der Abteilung Global Innovation der ING gegründet wurde, mischt mit.

„Coorp ID bietet Unternehmen einen hochsicheren digitalen ‚Tresor‘, in dem KYC-bezogene Informationen gespeichert, strukturiert und verwaltet werden können“, erklärt Coorp-ID-CEO Job den Hamer. Die Dokumente könnten dann von dort aus mit den notwendigen Parteien, etwa Banken, ausgetauscht werden.

„Unternehmen sparen so Zeit und Geld, weil den aufwendigen KYC-Compliance-Prozess die Plattform übernimmt“, argumentiert CEO den Hamer. Dadurch werde zum Beispiel die Duplizierung von Informationen vermieden. Die Informationen decken laut dem Manager, der früher Director Mid-Corporates bei ING war, 80 bis 90 Prozent der Daten ab, die Banken bei KYC-Checks von den Unternehmen anfordern.

KYC bleibt weiterhin eine Herausforderung

Seit einigen Monaten bietet die ING die Plattform in zehn europäischen Ländern als Standardinstrument an, zuerst galt das für Schweizer Firmenkunden. „Die Schweizer Firmenkunden wollen vor allem wissen, wie der Datenschutz und die Vertraulichkeit innerhalb des Tools gewährleistet werden“, so den Hamer. Ab 2023 will die ING Coorp ID als Standardinstrument auch für Firmenkunden außerhalb Europas anbieten.

Doch die Plattform kann auch von anderen Banken genutzt werden. Sie sei bankenunabhängig und unterscheide sich dadurch laut CEO den Hamer von anderen Wettbewerbern. Derzeit würden bereits 30 Banken Coorp ID akzeptieren. Zudem spricht das Fintech die Unternehmen direkt an und bittet sie darum, es ihrem Bankenkreis vorzustellen. Das Unternehmen soll dabei die Kontrolle haben, wer welche Informationen für wie lange erhält und kann auch verfolgen, wer sich wann Informationen angeschaut hat.

Klar ist, dass solche Plattformen die KYC-Problematik aber nicht gänzlich auflösen können, lediglich vereinfachen. Laut den Hamer müssen Banken und Aufsichtsbehörden sich erst auf einen gemeinsamen KYC-Standard einigen, damit sich wirklich etwas verändert.

Autorenbild Sarah Backhaus

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.