DZ Bank arbeitet an Request-to-Pay-Plattform

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Die DZ Bank will ab 2023 Request to Pay (R2P) anbieten. Wie das Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken am Dienstag bekanntgab, arbeitet es mit dem Beratungs- und Softwarehaus PPI zusammen, um den Service über eine White-Label-Plattform von PPI künftig Firmenkunden anbieten zu können. Dazu hat PPI die Request-to-Pay-Plattform Paycy entwickelt, die DZ Bank agiert als strategischer Partner.

An die Paycy-Plattform sollen sich künftig auch andere Banken anschließen können, die DZ Bank sei aber der erste Nutzer. Paycy biete Finanzinstituten „klare Vorteile in Bezug auf Time-to-Market und Marktdurchdringung“. Perspektivisch seien auch Anwendungsfälle am POS oder im E-Commerce angedacht.

Das können Treasurer über Paycy machen

Über die White-Label-Plattform Paycy sollen Firmenkunden der DZ Bank im jeweils gewünschten Format in Echtzeit Rechnungen beziehungsweise die Zahlungsaufforderung senden und empfangen können. Zahlungsempfänger würden übersichtlich angezeigt bekommen, welche Rechnungen bereits bezahlt wurden. Für Zahlungspflichtige sollen Rechnungen dauerhaft in ihrem Onlinekonto sichtbar sein.

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Bei Request to Pay handelt es sich um eine der Zahlung vorgeschaltete Zahlungsaufforderung. Diese Nachricht enthält alle Informationen zur Transaktion und löst – sofern der Kunde sie bestätigt – eine Überweisung aus. Es handelt sich also nicht um ein neues Zahlungsinstrument, sondern vielmehr um einen Nachrichtendienst. Mehr über R2P lesen Sie hier.

Die DZ Bank und PPI sehen große Chancen sieht große Chancen in dem Bereich. „Alle sind sich einig, dass Request to Pay eine große Chance für Banken darstellt, neues Geschäft rund um das Konto zu etablieren. Was fehlt, sind zentrale und neutrale Infrastrukturangebote, um Investitionen beherrschbar zu halten und Synergien zu heben. Diese Lücke schließen wir mit Paycy“, erklärt Dr. Thorsten Völkel, Vorstandsvorsitzender der PPI AG und verantwortlich für den Bereich Payments.

DZ Bank will mit R2P manuellen Aufwand reduzieren

Ziel ist es, für Unternehmen den manuellen Aufwand bei der Rechnungsstellung zu reduzieren. Auch die Transparenz über die Zahlungsströme sollen verbessert werden. „Request to Pay baut die Brücke zwischen Rechnungsstellung und Zahlung und ermöglicht es uns als Bank, unseren Kunden völlig neue Dienstleistungen anzubieten“, sagt Thomas Ullrich, Vorstandsmitglied und verantwortlich für das Transaction Banking bei der DZ Bank.

Bisher ist Request to Pay bei den Unternehmen, besonders außerhalb des E-Commerce, in der Praxis noch nicht angekommen – es fehlt an Regulierung und Praxisfällen. Zudem müssten erstmal Instant Payments standardisiert eingeführt werden, damit R2P läuft. Einige Treasurer fordern hier eine Verpflichtung.

Autorenbild Sarah Backhaus

Sarah Backhaus ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Restrukturierung, Transformation, Zahlungsverkehr und Cash Management.