DZ Bank lenkt ein – Wendepunkt bei der EPI?

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Ob die European Payments Initiative (EPI) umgesetzt wird oder nicht, steht seit Monaten auf der Kippe. Nachdem sich einige Banken, etwa die DZ Bank und die Commerzbank, zurückgezogen hatten, hielten in Deutschland nur die Sparkassen und die Deutsche Bank weiter an dem Projekt fest. Nun sollen sich die Volks- und Raiffeisenbanken nach langen Diskussionen doch wieder dazu bereit erklärt haben, beim Aufbau eines einheitlichen europäischen Zahlungssystems mitzumachen.

„Wir sehen die EPI derzeit positiv, und die Zeichen für eine Teilnahme der Genossenschaftsbanken stehen gut“, sagte Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), gegenüber dem „Handelsblatt“. Kolak sei „zuversichtlich, dass sich alle Beteiligten noch dieses Jahr auf den Aufbau von der EPI verständigen werden“.

Vorab müssten aber noch einige Fragestellungen geklärt werden. Dazu zählt vor allem die Ausgestaltung des Projekts. Denn seitdem einige Banken abgesprungen sind, ist klar, dass es die EPI in der ursprünglichen Version nicht geben wird. Dazu fehlen die Mittel. Die EPI 2.0 soll sich nur auf eine Wallet-App konzentrieren, zunächst waren eine Wallet-App sowie eine europaweite neue Karte geplant. „Im Fokus steht nun die Entwicklung einer digitalen Wallet, über die Verbraucher verschiedene Bezahlangebote nutzen können“, erläuterte Kolak. Dazu zählten Handy-zu-Handy-Zahlungen, Bezahlen beim Online-Shopping und an der Ladenkasse.

Zusage von DZ Bank ist ein gutes Zeichen für EPI

Dass sich die Genossenschaftsbanken nun doch wieder anschließen, ist für die Initiative ein wichtiger Schritt. So zählen die Genossen mehr als 30 Millionen Kunden und decken damit neben den Sparkassen einen großen Teil des deutschen Bankenmarktes ab. Zudem heißt es in Finanzkreisen, dass, wenn die Genossen dabei sind, auch die Commerzbank nochmals umdenken könnte. Denn sonst wäre sie als eines der wenigen Institute in Deutschland außenvor.

Die European Payments Intitiative hatten 2020 mehrere europäische Banken und Zahlungsverkehrsdienstleister initiiert, um die Abhängigkeit von mächtigen US-Konzernen wie Mastercard, Visa und Paypal zu verringern und ein eigenes europäisches Zahlungssystem zu schaffen.

Die EPI wurde im September dieses Jahres außerdem von der EZB beauftragt, einen Prototypen für die Nutzung des digitalen Euro bei der Bezahlung an der Ladenkasse zu entwickeln.

s.backhaus[at]dertreasurer.de