Tui stellt sich mit RCF gegen den Trend

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Der Reisekonzern Tui hat seine revolvierende Kreditlinie (RCF) refinanziert. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde das Darlehen dabei von 1,65 Milliarden Euro auf 1,9 Milliarden Euro aufgestockt.

Die alte Linie des Konzerns wäre im Juli 2026 fällig gewesen. Sie war im Mai 2023 um zwei Jahre verlängert worden. Für den neuen Revolver konnte Tui hingegen eine deutlich längere Laufzeit von fünf Jahren einloggen. Fällig wird das neue Darlehen erst im März 2030.

Große Nachfrage und verbesserte Ratings

Zudem gab es laut Tui-Finanzchef Mathias Kiep eine „starke Nachfrage nach einer Beteiligung an der RCF“. „Ein Vertrauensbeweis für die Tui“, so der CFO. Das zeige sich auch in den Rating-Upgrades der Agenturen Moody’s und S&P sowie dem erstmaligen Rating von Fitch. Fitch hatte Tui im Februar mit „BB“ bewertet. Ebenfalls im Februar hob die Ratingagentur Moody’s die Bewertung von „B1“ auf „Ba3“ an. Im März erfolgte das Upgrade von S&P von „B+“ auf „BB-“.

Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen im Februar für das erste Viertel des Geschäftsjahres 2025 war der Aktienkurs des Reisekonzerns kurzzeitig unter Druck geraten und fiel im Verlauf des Monats von rund 8,50 Euro pro Aktie auf zwischenzeitlich 6,57 Euro. Grund dafür waren schwache Buchungszahlen.

Die Hannoveraner bewerten den Start in das neue Jahr dennoch als „vielversprechend“, konnten sie doch den Umsatz um 13 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro steigern und ein verachtfachtes operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 50,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr vorweisen. Auch der Aktienkurs erholte sich etwas und stieg im März zwischenzeitlich auf rund 7,40 Euro pro Aktie.  

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Sustainability-Link trotz Gegenwind

Bei der Ausgestaltung der neuen Kreditlinie setzt Tui erneut auf einen Sustainability-Link. Im Jahr 2023 hatte der Reisekonzern die Zinskonditionen seiner revolvierenden Kreditlinie erstmals an die Erreichung von Emissionsreduktionszielen geknüpft. Auch für den neuen Revolver hält Tui an diesem Link fest – und das trotz des derzeitigen Gegenwindes am Markt für solche Finanzierungen.

Konkret geht es um die Reduktion der Emissionen des Reisekonzerns bis zum Jahr 2030 um 24 Prozent bei den Fluggesellschaften, um mindestens 46,2 Prozent im Hotelsegment und um 27,5 Prozent bei den Kreuzfahrten. Die Reduktionsziele wurden von der Science Based Targets Initiative verifiziert. Ihre Umsetzung wird durch ein dezidiertes Projekt-Controlling überwacht.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.