Amcor und Panini

22.12.16 08:02

BNP Paribas startet Blockchain-Testballon für Unternehmenskunden

Von Jakob Eich

Die BNP Paribas hat mit zwei Unternehmenskunden erstmals grenzübergreifende Zahlungen mittels Blockchain abgewickelt. Der Testlauf war Teil einer großen Technologie-Offensive der Franzosen.

Die BNP Paribas hat mit dem Verpackungsspezialist Amcor und dem für Sammelbilder bekannten Panini-Konzern Blockchain im grenzübergreifenden Zahlungsverkehr getestet.

BNP Paribas

Die BNP Paribas hat mit dem Verpackungsspezialist Amcor und dem für Sammelbilder bekannten Panini-Konzern Blockchain im grenzübergreifenden Zahlungsverkehr getestet.

Die BNP Paribas hat mit zwei Pilotkunden erstmals Echtzeitzahlungen über die sogenannte Blockchain-Technologie abgewickelt. Wie die französische Großbank mitteilte, habe man Zahlungen in mehreren Währungen zwischen Bankkonten in Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien durchgeführt und gecleart. Der Vorgang habe nur wenige Minuten gedauert. Die Pilotkunden waren der australische Verpackungsspezialist Amcor und der für seine Sammelbilder bekannte Panini-Konzern.

Die BNP Paribas ist nach vielen Testläufen und der ersten Live-Transaktion von der Technologie überzeugt. Die schnelle Durchführung habe gezeigt, dass Blockchain Verzögerungen eliminieren könne ebenso wie unerwartete Gebühren und Durchführungsfehler, schreibt das Geldhaus. „Blockchain-Technologie angewendet auf länderübergreifende Zahlungen bietet einen innovativen Weg, Transaktionen beinahe in Echtzeit durchzuführen“, lässt sich Paninis Group Treasurer Fabrizio Masinelli zitieren. Der Testlauf habe gezeigt, dass Blockchain eine effektive und effiziente Lösung der täglichen Probleme im Treasury sein kann. Ob und wann auch deutsche Unternehmen auf das Angebot der BNP Paribas zugreifen können, steht noch nicht fest.

Banken setzen auf Blockchain

Blockchain gilt als eine der wichtigsten Zukunftstechnologien der Finanzbranche. Die Technologie liegt der Währung Bitcoin zugrunde. Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich um eine dezentral und stetig wachsende Datenbank. Treasury-Abteilungen können dadurch relevante Zahlungen direkt austauschen. Theoretisch ist dies auch mit Aktien und Anleihen möglich. Blockchain gilt zudem als sehr sicher, da die Einträge nur schwer verändert werden können.

Weltweit ließen sich durch Blockchain im weltweiten Zahlungsverkehr 18 Milliarden US-Dollar einsparen, errechnete das spanische Geldinstitut Santander (siehe DerTreasurer 20/2015). Entsprechend stürzen sich momentan viele Großbanken auf die neue Technologie.

So auch die BNP Paribas: Die Franzosen hatten im September bekanntgegeben, dass sie sich an der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen beteiligen werden. Dadurch will die BNP laut eigener Aussage die „nächste Produktgeneration für das Transaction Banking und Cash Management mit Blockchain-Technologie“ entwickeln. Im Oktober hatten die Commonwealth Bank of Australia und die US-Bank Wells Fargo die erste grenzübergreifende Transaktion durchgeführt, die auf Blockchain-Technologie beruhte.

Eich[at]derTreasurer.de