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19.03.19
Cash Management & Zahlungsverkehr

Mega-Deal der Zahlungsabwickler: FIS will Worldpay übernehmen

FIS will den Markt für Zahlungsabwickler weiter konsolidieren. Dafür plant der US-Konzern den Konkurrenten Worldpay zu übernehmen – Kaufpreis 35 Milliarden Dollar. Es wäre der größte Deal der Branche.

Erneut sorgt ein M&A-Deal im Markt für Zahlungsabwickler für Aufsehen: Der US-Finanzdienstleister Fidelity National Information Services (FIS) will den Rivalen Worldpay für 35 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) übernehmen. Das teilte FIS über eine Pressemitteilung mit. Demnach bewertet FIS Worldpay inklusive Schulden mit 43 Milliarden Dollar. „In unserer sich schnell wandelnden Branche kommt Größe eine besondere Bedeutung zu“, erklärte FIS-Vorstandschef Gary Norcross die Übernahmepläne.

Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge würde es sich bei einer gelungenen Übernahme um den größten M&A-Deal innerhalb der Branche der Zahlungsabwickler handeln. Erst im Januar gab es eine ähnliche große Ankündigung, als der US-Konzern Fiserv die Übernahme des Wettbewerbers First Data bekanntgab – Kaufpreis 22 Milliarden Dollar.

Markt für Zahlungsdienstleister boomt

FIS nutzt den aktuell vorherrschenden Boom im Markt für Zahlungsabwickler, um den Milliardendeal mit Worldpay zu stemmen. Unternehmen wie FIS, oder Wirecard in Deutschland, profitieren Wachstum im Onlinehandel sowie vom veränderten Bezahlverhalten der Kunden. Diese bezahlen immer seltener bar, sondern vermehrt per Kreditkarte oder Smartphone. Das bestätigte auch Robert Hoffmann, CEO der Concardis Payment Group im Gespräch mit der DerTreasurer-Schwesterpublikation FINANCE im vergangenen Jahr: „Die Digitalisierung erreicht mittlerweile alle unsere Lebensbereiche und sorgt dafür, dass bargeldlose Zahlungen kontinuierlich zunehmen.“

Diese Entwicklung sorgte 2018 für eine ganze Reihe von Übernahmen und Fusionen in diesem Sektor, auch in Europa: Für 2,3 Milliarden Euro übernahm Wordline die Schweizer Six Payment Services, der frühere Zahlungsverkehrsarm des Finanzinfrastrukturbetreibers Six. So haben beispielsweise die Sparkassen-Tochter BS Payone und der französische Zahlungsabwickler Ingenico ein Joint Venture gegründet. Zu den größten Deals zählte auch die Fusion von Concardis und dem dänischen Konkurrenten Nets. Das neue Unternehmen weist einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro auf.

Merck, Covestro und Deutsche Leasing nutzen FIS

Bei FIS handelt es sich nicht nur um einen Zahlungsabwickler. Neben der Abwicklung von Kreditkarten- und Smartphone-Zahlungen bietet der Konzern zudem ein eigene Treasury-Management-System (TMS) an, seit FIS im Jahr 2015 den Finanzsoftwarekonzern Sungard übernommen hat.

Insbesondere dessen Tool Quantum setzen einige größere deutsche Unternehmen ein. Dazu zählen Merck, Covestro oder auch Deutsche Leasing.  

Mehring[at]derTreasurer.de

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