Hyridanleihen über 30,2 Milliarden Euro haben Unternehmen im vergangenen Jahr in Europa platziert und damit fast 50 Prozent mehr als noch 2018.

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12.02.20
Finanzen & Bilanzen

Rekordjahr am Hybrid-Markt

Hybridanleihen über 30,2 Milliarden Euro haben Unternehmen im vergangenen Jahr in Europa platziert und damit fast 50 Prozent mehr als noch 2018. Der Markt verzeichnet damit einen neuen Rekord.

Vergangenes Jahr platzierten Unternehmen Hybridanleihen über 30,2 Milliarden Euro (Vorjahr 2018: 22,2 Milliarden Euro) und machten 2019 damit zum Rekordjahr. Für 2020 rechnet die Ratingagentur Scope wieder mit einem ähnlichen Niveau. Die lockere Geldpolitik und die guten Marktkonditionen würden die Aktivitäten an dem Markt auch in diesem Jahr stützen - vorausgesetzt, es gibt keine abrupte wirtschaftliche Verschlechterung. Ein weiterer Grund für das hohe Volumen sei, dass inzwischen nicht mehr nur Unternehmen aus den kapitalintensiven Sektoren wie Versorgung und Telekommunikation häufig Hybridanleihen aufnehmen, so Scope.

Deutsche Bahn debüttierte am Hybrid-Markt

Der Markt locke nun auch Emittenten aus anderen Branchen wie etwa Immobilien und Healthcare, die 2019 zu den aktivsten Hybridemittenten gehörten. Deutlich zurückhaltender war demnach der Automotive-Sektor, der sich insgesamt in einem schwierigen Umfeld bewegt. Die größte europäische Hybridemission platzierte 2019 ein deutsches Unternehmen: Die Deutsche Bahn setzte sich mit ihrer Debüt-Transaktion über 2 Milliarden Euro in dem Markt an die Spitze.

Green Finance erobert den Hybridmarkt

Der Megatrend Green Finance machte auch vor dem Hybridmarkt nicht halt. Der Energiekonzern EnBW platzierte als erstes deutsches Unternehmen einen Green Hybrid Bond. Der spanische Konzern Iberdrola war mit seinem Green Hybrid dagegen bereits ein Wiederholungstäter. Ein weiterer wichtiger Treiber des Marktes waren dem Report zufolge M&A-Aktivitäten.

Vier der zehn größten Hybridemissionen wurden demnach zur Finanzierung von Übernahmen begeben. Dazu zählte auch der Pharmakonzern Merck, der im Sommer im Zuge der Finanzierung des Versum-Deals einen Hybrid Bond über 1,5 Milliarden Euro platzierte. Auch der Chiphersteller Infineon gab sein Hybrid-Debüt unter anderem zur Finanzierung der Cypress-Übernahme.

Darüber hinaus ist die Refinanzierung von bestehenden Bonds ein wichtiger Faktor für das Marktgeschehen. Das dürfte auch 2020 so sein: Nach Schätzungen der Agentur erreichen Hybrids über 15 Milliarden Euro ihren ersten Call-Termin.

Koegler[at]DerTreasurer.de

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