Amprion GmbH/Hartmut Nägele

18.11.20
Finanzen & Bilanzen

„Auf die Bankfinanzierung können wir nicht verzichten“

Infolge der Energiewende und des damit verbundenen Atomausstiegs verändert sich das Geschäft von Amprion. Deshalb muss nun CFO Peter Rüth auch die Finanzierungsstrategie des Stromnetzbetreibers neu aufstellen.

Der Stromnetzbetreiber Amprion steht wegen der Energiewende vor einer Zäsur: „Unser Geschäft verändert sich derzeit fundamental“, berichtet Peter Rüth, der im April dieses Jahres den CFO-Posten bei den Dortmundern übernommen hat. Das Unternehmen gehört mit Tennet, 50Hertz und TransnetBW zu den vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland. Amprion ist dabei im Westen aktiv – von Niedersachsen bis zu den Alpen. „Wir sind gefordert, ein klimaverträgliches Netz für den Stromtransport aufzubauen. Das Ende der Kernkraftwerke und der Kohleausstieg sind nicht mehr fern“, sagt der Finanzchef.

Die Folge: Der Investitionsbedarf bei Amprion steigt erheblich, der CFO beziffert die Wachstumsrate auf etwa 20 Prozent pro Jahr. „In den kommenden zehn Jahren werden wir mehr als 15 Milliarden Euro in den Um- und Ausbau unseres Netzes investieren müssen“, sagt Rüth. „Dieser Investitionsbedarf ist aber nicht mit einer klassischen Bankfinanzierung zu stemmen.“ Deshalb sei es notwendig, die Finanzierungsstrategie zu ändern.

Als Übertragungsnetzbetreiber finanziert Amprion seine Investitionen durch einen Mix aus Eigen- und Fremdkapital. Frisches Eigenkapital ist dabei laut CFO Rüth von den bestehenden Eigentümern Amprions noch in diesem Jahr geplant. Der Netzbetreiber ist aus der früheren Netzgesellschaft von RWE hervorgegangen und gehört immer noch zu rund einem Viertel dem Essener Energieversorger. Die übrigen Anteile liegen bei einem Konsortium von Pensionskassen und Finanzinvestoren aus der Versicherungswirtschaft.

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Amprion legt Commercial-Paper-Programm auf

Beim Fremdkapital setzt Amprion neben Krediten künftig auch auf Commercial Papers (CP). „Wir haben uns verschiedene Fremdkapitalinstrumente angeschaut und den CP-Markt als günstige und flexible Alternative für die Zwischenfinanzierung identifiziert“, sagt der CFO. CPs laufen in der Regel zwischen einem Monat und einem Jahr, sind handelbar und deshalb im Vergleich zu anderen Refinanzierungsquellen sehr günstig.

Wann CFO Peter Rüth anfing, über ein CP-Programm nachzudenken, welche Rolle der erste Corona-Lockdown spielte und warum Amprion bislang noch keine CPs platziert hat, erfahren Sie nach dem Login im E-Magazin 21-2020.

Paulus[at]derTreasurer.de