Daimler Truck hat kurz vor dem Spin-off milliardenschwere Anleihen in US-Dollar und Kanadischen Dollar begeben.

Daimler Truck

08.12.21
Finanzen & Bilanzen

Daimler Truck befährt erstmals US-Anleihemarkt

Kurz vor dem Spin-off platziert Daimler Truck milliardenschwere Anleihen. Damit legt der Nutzfahrzeughersteller schon die finanzielle Basis für die Zukunft. Das Marktumfeld war dabei alles andere als leicht.

Daimler Truck hat erstmals den Anleihemarkt „befahren“. Über die Finanzierungsgesellschaft für den US-Kapitalmarkt, Daimler Trucks North America, platzierte der Nutzwagenhersteller Anleihen in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar (rund 5,3 Milliarden Euro).

Außerdem hat der Konzern, der sich am 10. Dezember von Daimler abspalten wird, am kanadischen Kapitalmarkt eine Anleihe über 2 Milliarden Kanadische Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) aufgenommen. Dabei handele es sich um die größte Bondemission „für die Finanzierung von Financial-Services-Geschäften“, die je in Kanada begeben wurde, wie ein Sprecher auf Anfrage von DerTreasurer mitteilte.

Grund für die Bonds ist, dass Daimler Truck das Financial-Services-Portfolio von Daimler Mobility auf die Daimler Truck Financial Services übernimmt. „Dafür haben wir im Rahmen der Spin-off-Vorbereitungen eine Brückenfinanzierung abgeschlossen“, sagt ein Sprecher. Einen Teil dieser Brückenfinanzierung habe man mit den emittierten Anleihen schon vor der effektiven Abspaltung ablösen können.

Die nordamerikanischen Financial-Services-Portfolien machten über die Hälfte des Gesamtportfolios von Daimler Truck Financial Services aus, heißt es weiter. Deshalb habe der US-Markt als Platzierungsort auf der Hand gelegen.

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Omikron-Variante erschwert Daimler Truck Emission

Das Marktumfeld für die Platzierung war nicht ganz trivial. Nach Bekanntwerden der Omikron- Variante an Thanksgiving, also am 25. November, habe die Volatilität stark zugenommen. „Als Reaktion darauf haben wir unseren Zeitplan um einen Tag angepasst, um in ein besseres zeitliches Emissionsfenster zu kommen“, heißt es seitens Daimler Trucks. In enger Abstimmung mit dem Bankenkonsortium habe man sich zum „finalen Launch“ der US-Dollar-Anleihe am Donnerstag, den 2. Dezember, und der Kanadischen-Dollar-Anleihe am Freitag, den 3. Dezember, entschieden.

Über das Pricing sind die Leinfelden-Echterdinger froh. Beide Anleihen seien mehr als zweifach überzeichnet gewesen, so dass Daimler Truck, die IPT-Levels (= Initial Price Talks) nach den anfänglichen Investorengesprächen, um 15 bis 25 Basispunkte einengen konnte. Die Laufzeiten der Tranchen variieren zwischen 18 Monaten variabel verzinst und zehn Jahren mit Festzins.

Ende Oktober hatte die Gesellschaft erstmals eigene Ratings erhalten. Sie liegen bei BBB+ (S&P) mit stabilem Ausblick und A3 bei Moody's, ebenfalls stabil. Damit liegen sie etwa auf der Höhe der Mutter Daimler: Dort wurde das Konzern-Rating vor kurzem von Moody’s mit A3 bestätigt, der Ausblick allerdings auf positiv angehoben. S&P bewertet den Autobauer sogar mit A–.

Daimler Truck mit neuem Treasurer

So steht der Abspaltung von Daimler Truck kaum mehr etwas im Weg. Auch aus diesem Grund sind die Anleihe-Transaktionen der Tochter bemerkenswert. Zudem ist der führende Manager im Treasury bereits bestimmt, wie DerTreasurer berichtete. Der erfahrene Daimler-Manager Claus Bässler hat Anfang Dezember die neue Rolle bei Daimler Truck übernommen.

Zum 10. Dezember soll der Lkw- und Bushersteller eigenständig börsennotiert sein. Die Aktionäre des Autokonzerns erhalten für zwei Daimler-Aktien einen Anteil an der neuen Daimler Truck Group. Damit wird das Truck- und Omnibus-Geschäft analog zu Volkswagens „Traton“ abgespalten.

Dentz[at]derTreasurer.de