Die EU hat ihre Pläne für einen Green-Bond-Standard veröffentlicht.

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20.07.21
Finanzen & Bilanzen

EU will Goldstandard für Green Bonds schaffen

Die EU hat ihre lange erwarteten Kriterien für Green Bonds vorgelegt. Diese vier Schlüsselanforderungen sollten Treasurer kennen.

Die EU-Kommission hat ihre Pläne bezüglich des EU Green Bond-Standards (EU-GBS) konkretisiert. Dieser ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie der Behörde, die dazu führen soll, dass Finanzmittel aus privaten Quellen vermehrt für nachhaltige Projekte mobilisiert werden. Mit den finanziellen Mitteln „wollen wir unsere Klimaziele erreichen und andere ökologische Herausforderungen meistern“, sagte Exekutiv-Vizepräsident Valdis Dombrovskis. „Wir wollen auch nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen schaffen.“

Die EU-Kommission sieht im Markt für grüne Anleihen noch Potential, um die Umweltziele zu erreichen. Das Problem: Investoren sind teilweise kritisch, ob die Erlöse der Papiere tatsächlich für nachhaltige Projekte verwendet werden. Daher hat sich die Behörde dazu entschlossen, einen „Goldstandard“ festzulegen, wie sie die neuen Leitlinien selbst bezeichnet. Sie sollen Unternehmen und Investoren gleichermaßen als Orientierung dienen, die Einhaltung der Regeln ist allerdings freiwillig.

EU Green Bonds: Die vier Schlüsselanforderungen

Die EU hat dafür nun vier Schlüsselanforderungen veröffentlicht. Erstens: Durch Green Bonds aufgenommene Mittel sollen „vollständig für Projekte eingesetzt werden, die der EU-Taxonomie entsprechen“. Zweitens: Durch detaillierte Berichtspflichten soll Transparenz hergestellt werden, die die Anleiheerlöse verwendet werden.

Drittens: Alle nach dem EU-GBS-Standard emittierten Anleihen müssen extern geprüft werden. So soll sichergestellt werden, dass die aus Brüssel vorgegebenen Regeln eingehalten werden. Viertens: Externe Prüfer, die Dienstleistungen für Emittenten von grünen Anleihen nach dem EU-Standard erbringen, müssen bei der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde registriert sein und von ihr beaufsichtigt werden.

Auch EZB ist bei Green Finance aktiv

Auch seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) nimmt das Thema Green Finance Fahrt auf. Die EZB will künftig Klimaschutzaspekte stärker in ihre geldpolitischen Handlungen einfließen lassen, heißt es aus Frankfurt am Main. Laut einer Mitteilung soll der Ankauf von Unternehmensanleihen mit ihrem Mandat um Klimakriterien ergänzt werden.

So müssen Corporates mindestens die Rechtsvorschriften der EU zur Umsetzung der Ziele des Pariser Klimaabkommens erfüllen oder sich zu diesen Zielen bekennen. Bei der Beurteilung sollen auch Parameter wie die Nachhaltigkeitsberichterstattung oder die EU-Taxonomie herangezogen werden.

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