Der Flughafen Düsseldorf hat seine Finanzierung neu aufgestellt.

Flughafen Düsseldorf

28.10.20
Finanzen & Bilanzen

Flughafen Düsseldorf schnürt „Corona-Kredit“

Der Flughafen Düsseldorf ist von der Coronakrise schwer gebeutelt. Trotzdem hat CFO Lars Mosdorf eine halbe Milliarde Verbindlichkeiten neu geordnet.

Der Flughafen Düsseldorf stellt seine langfristige Finanzierung gerade auf neue Beine. Der Airport hat in den vergangenen Monaten rund eine halbe Milliarde Euro an Verbindlichkeiten neu geordnet und aufgenommen, um die Coronakrise zu überbrücken, erklärte CFO Lars Mosdorf in einem Interview gegenüber FINANCE.

Dabei stellten die Gesellschafter 100 Millionen Euro als nachrangiges Darlehen zur Verfügung. Der Airport gehört zur einen Hälfte der Stadt Düsseldorf, zur anderen der Gesellschaft Airport Partners, hinter der wiederum mehrere private Investoren stehen. Die Eigentümer verzichten vorerst auch auf Gewinnentnahmen.

Gesellschafterstruktur für Flughafen problematisch

Die Gesellschafterstruktur mit öffentlichen und privaten Beteiligten stellte den Flughafen aber auch vor Herausforderungen. „Unser Problem im Frühjahr war, dass wir keinerlei Zugriff auf staatliche Fördermittel hatten“, sagt CFO Mosdorf. Der Finanzvorstand zog deshalb zunächst bei den Hausbanken alle Kreditlinien, die „bis auf Weiteres“ zu Verfügung standen. Zudem herrschte ein hartes Kostenregiment, da der „Cash Burn“ des Flughafens anfangs bei 30 Millionen Euro im Monat lag. „Als Infrastrukturanbieter hatten wir weiterhin relativ hohe Fixkosten. Sie müssen wissen, dass wir eine Betriebspflicht haben und eine Daseinsvorsorge leisten, das heißt, wir mussten trotz Lockdown operativ tätig sein“, sagt Mosdorf.

Doch das Land Nordrhein-Westfalen und die NRW.Bank haben inzwischen den Bedarf des Flughafens erkannt und ein Angebot entwickelt, das dieser mit seiner spezifischen Gesellschafterstruktur beanspruchen konnte. So war Mosdorfs nächster Schritt zum „Corona-Kredit“ geebnet. Dieser Förderkredit umfasst 250 Millionen Euro und beinhaltet für die durchleitenden Hausbanken eine Haftungsfreistellung von 80 Prozent. Mit dabei sind Landesbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und große Geschäftsbanken. „Das ist ein ausgewogener Bankenpool, damit bin ich sehr zufrieden“, sagt Mosdorf.

Verhandlungen mit Banken

Momentan verhandelt der CFO mit den Banken noch über einen Betriebsmittelkredit in Höhe von 120 Millionen Euro, mit dem Liquiditätsspitzen ausgeglichen werden sollen. „Spätestens ab 2023 wollen wir in der Lage sein, uns wieder ohne Fördermittel am Kapitalmarkt einzudecken. Um das trotz reduzierter Verkehrsnachfrage zu erreichen, setzen wir ein Kosten- und Effizienzprogramm um“, sagt Mosdorf.

Kurz vor dem Lockdown im März war es dem CFO noch gelungen, einen Schuldschein über 109 Millionen Euro über die Plattform Finpair (NordLB) zu platzieren. Er musste dabei jedoch den Investoren preislich entgegenkommen, da sich das Umfeld immer weiter eintrübte. Das vollständige Interview lesen Sie hier bei FINANCE+.

Dentz[at]derTreasurer.de