Der Telekommunikationskonzern aus München („O2“) hat im vergangenen Dezember erstmals einen sogenannten Sustainability-linked-Loan mit seinen Banken abgeschlossen. Die Zinsmarge ist unter anderem an die Erfüllung von ESG-Kriterien in den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Soziales Engagement und Unternehmensführung gebunden – wie bei vergleichbaren Transaktionen anderer Unternehmen. „Wir haben wahrgenommen, dass Banken und Investoren mehr auf Nachhaltigkeit achten“, sagt Albert Graf, Director Corporate Finance & Tax bei Telefónica. „Da wir schon seit Jahren an der Erfüllung ambitionierter Nachhaltigkeitsziele gearbeitet hatten, konnten wir das nutzen, um die bestehende syndizierte Linie anzupassen und zu verlängern.“
Zwei Bereiche arbeiten bei Telefónica zusammen
Komplettes Neuland sei das Darlehen in der Finanzierung aber nicht gewesen, denn schon in der Vergangenheit haben die Münchener etwa auf Förderdarlehen der EIB gesetzt, bei denen Umweltaspekte eine wichtige Rolle spielten. Der nun abgeschlossene Nachhaltigkeitskredit hat eine Höhe von 750 Millionen Euro und läuft mit Verlängerungsoptionen über sieben Jahre.
In dem MDax-Unternehmen (Umsatz 2018: 7,3 Milliarden Euro) hat der Corporate-Finance-Bereich von Graf mit der Idee des ESG-Loans offene Türen eingerannt. „Das war für uns ein lichter Moment, nachdem wir jahrelang den Nachhaltigkeitsbereich aufgebaut haben“, sagt Claudia von Bothmer, die den Bereich Corporate Responsibility bei Telefónica Deutschland leitet. Erste Initiativen gehen zurück bis in die Mitte der 2000er Jahre. Im Jahr 2015 hatte der börsennotierte Telekommunikationskonzern einen „Responsible Business Plan 2020“ veröffentlicht.
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Wichtige Felder, in denen Telefónica Deutschland in Sachen ESG besser werden will, sind dabei beispielsweise die Energieeffizienz, die CO2-Bilanz sowie Fragen der Unternehmensführung. „Zahlreiche nichtfinanzielle KPIs finden inzwischen Eingang in die Bonusbewertung unseres Vorstands“, betont von Bothmer.
Warum Telefónica Deutschland bei dem nun abgeschlossenen Kredit aber nicht auf einzelne Kennzahlen zurückgreift und welche grünen Finanzierungen sich das Unternehmen noch vorstellen kann, erfahren Sie im E-Magazin 2-2020.
Markus Dentz ist Chefredakteur von DerTreasurer und der Fachzeitschrift FINANCE. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury.

