Haben viele die Ziele erreicht? Oder mussten einige draufzahlen? Wie ist es eigentlich Unternehmen mit ESG-linked Loans ergangen?

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23.11.21
Finanzen & Bilanzen

Wie haben ESG-linked Loans abgeschnitten?

Seit einigen Jahren liegen Kredite mit ESG-Komponente im Trend. Bei guter Leistung sinkt die Marge. Doch welche Unternehmen haben das bislang geschafft?

Vor fast drei Jahren schloss Henkel als erstes deutsches Unternehmen einen ESG-linked Loan ab. Ein Begriff, der zum damaligen Zeitpunkt am Finanzmarkt noch nicht geläufig war. Die Marge der syndizierten Kreditlinie über 1,5 Milliarden Euro haben die Düsseldorfer damals an die Bewertungen von drei ESG-Ratingagenturen geknüpft. Zweimal wäre eine Veränderung der Verzinsung bislang möglich gewesen. Und Henkel kann sich freuen: Tatsächlich konnte der Konzern ein besseres Rating von ISS Oekom erzielen und dadurch den Zinsaufwand einmal senken.

Die Henkel-Transaktion war der Startschuss für eine ganze Welle von „nachhaltigen“ Transaktionen. Viele Angaben dazu, ob sich die Zinskonditionen der ESG-Kredite verschlechtert oder verbessert haben, sind aber nicht öffentlich. Eine stichprobenartige Umfrage deutet in der Tendenz darauf hin, dass diejenigen, die bereits einen Termin zur Prüfung der Marge hatten, ihre Konditionen meist verbessern konnten.

Voith und Continental kommen voran

So wie Henkel konnte auch der Anlagenbauer Voith einen Erfolg verzeichnen. „Die Finanzierungskosten sind gesenkt worden, da sich das ESG-Rating von C+ auf B- verbessert hat“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. Der Energiekonzern E.on, der wie Henkel auf mehrere ESG-Ratings als Koppelungsmechanismus setzt, konnte dagegen keine Veränderung erzielen.

Continental kam bei seinem ESG-linked Loan dagegen voran. „Die im vergangenen Jahr erzielten Ergebnisse mit Blick auf den Anteil von Frauen in Führungspositionen, grüne Elektrizität, Arbeitssicherheit und Abfallverwertung hatten einen positiven Einfluss auf die für 2020 benötigte durchschnittliche Zielerreichung“, erklärte Treasurer Stefan Scholz. Die Kennzahl „durchschnittliche Krankentage“ habe sich hingegen geringfügig verschlechtert und damit einen „negativen Einfluss“ gehabt.

Welche Unternehmen noch Erfolge erzielen konnten und wer sich eher schmallippig zeigte, erfahren Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

Koegler[at]derTreasurer.de