Höhere Risiken belasten ESG-Ratings

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Deutsche Unternehmen konnten ihr ESG-Risikomanagement in den vergangenen zwei Jahren durchschnittlich verbessern, dementsprechend haben sich ihre ESG-Ratings bei der Nachhaltigkeitsagentur Sustainalytics verbessert. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Agentur selbst. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich ein vielschichtigeres Bild, erklärt ESG-Experte Willem van Golstein Brouwers von Sustainalytics: Das Rating der Agentur setze sich zum einen aus den Risiken zusammen, denen ein Unternehmen ausgesetzt ist (Exposure), und zum anderen daraus, wie es diese ESG-Risiken managt (Management).

Beim Vergleich der Sustainalytics-Ratings in einer Zeitspanne von Januar 2020 bis November 2022 habe sich gezeigt, dass deutsche Unternehmen im Durchschnitt eine größere Verbesserung beim Management ihrer ESG-Risiken erzielt haben als Unternehmen in anderen Regionen, wie den USA oder dem Rest der EU. Allerdings führe die Verbesserung des Risikomanagements nicht unbedingt in gleichem Maße zu einem besseren Rating, erklärt van Golstein Brouwers.

Unternehmensspezifische Risiken gestiegen

Grund dafür sei, dass die sogenannten Exposure Scores, also die Werte, die anzeigen, wie stark ein Unternehmen ESG-Risiken ausgesetzt ist, von Januar bis November 2022 durchschnittlich gestiegen seien. Bei diesem Exposure werden zum einen branchenspezifische Risiken wie beispielsweise Lieferkettenprobleme in der Autoindustrie betrachtet, zum anderen unternehmensspezifische Risiken wie etwa Produktmerkmale, Finanzkraft, Geographie und besondere Vorkommnisse.

Das gestiegene Exposure der deutschen Unternehmen sei im Schnitt in erster Linie auf unternehmensspezifische Faktoren zurückzuführen, stellt Sustainalytics bei der Analyse der Ratings fest.

brendel[at]dertreasurer.de

Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.