Die Gehälter im Corporate Treasury sind 2020 stagniert.

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14.12.20
Persönlich & Personal

So viel Gehalt bekommen Treasurer 2020

Die Coronakrise hat die Gehaltsaussichten im Treasury eingetrübt. Doch die mittelfristigen Perspektiven bei der Vergütung von Cash Managern & Co. sind exzellent.

In Krisenzeiten schlägt oft die Stunde der Treasurer: Sie können Risiken managen, das Geld zusammenhalten und durch gewieftes Working Capital Management stille Reserven heben. Gerade in der Coronakrise muss der Treasurer nicht nur mehr Verantwortung übernehmen, sondern auch zeigen, dass er ein verlässlicher Partner des CFO ist – indem er zum Beispiel Liquiditätsbestände jederzeit abrufen und seinem Chef vorlegen kann. Doch wie hat sich die Coronakrise auf die Gehälter und die Nachfrage nach Treasury-Fachleuten auf dem Arbeitsmarkt ausgewirkt?

Auch wenn die Treasury-Abteilung enorm wichtig ist, hat Thomas von Ciriacy-Wantrup von der Personalberatung Fricke Finance & Legal keine gestiegene Nachfrage in den vergangenen Monaten wahrgenommen. „Wir haben hauptsächlich Ersatz-Recruitings gemacht“, sagt er. Durch die Krise seien viele Kandidaten derzeit auch eher nicht gewillt, das Unternehmen zu wechseln, droht in der Probezeit bei einem neuen Arbeitgeber doch womöglich ein Jobverlust. Das operative Treasury Management hätten Unternehmen hauptsächlich mit den bestehenden Teams gestemmt, die teils in Kurzarbeit waren. „Hier und da wurde sicherlich etwas mehr gearbeitet“, konstatiert der Personalexperte.

Treasury: Höheres Einstiegsgehalt für Spezialisten

Generell gab es zuletzt im Corporate Treasury beim Gehalt eine Seitwärtsbewegung, wie der jüngst veröffentlichte „FINANCE-Gehaltsreport 2020“ zeigt. Laut der befragten Personalberatungen können Junior Treasurer mit wenig Berufserfahrung auf Gehälter zwischen 40.000 und 60.000 Euro kommen, erfahrenere Kollegen verdienen bis zu 90.000 Euro, aber im Schnitt nicht weniger als 55.000 Euro. Als Senior Treasurer sind sogar Gehälter um die 130.000 Euro möglich.

Leiter von Treasury-Abteilungen kassieren laut der FINANCE-Erhebung mindestens 100.000 Euro, bei großen Mittelständlern sowie Dax-Konzernen sind aber durchaus über 200.000 Euro Jahresgehalt möglich.

Spezialisten wie Junior Cash Manager beginnen ihre Karriere mit einem etwas höheren Gehalt von meist etwas mehr als 45.000 Euro. Junior Zins- und Währungsmanager verdienen mit 50.000 bis 60.000 Euro noch ein wenig mehr. Mit mehr Erfahrung steigt wie üblich auch der Lohn: Senior Cash Manager bekommen durchschnittlich 85.000 bis 120.000 Euro, Senior Zins- und Währungsmanager können sogar ein Jahressalär von bis zu 130.000 Euro erreichen.

Digitalisierung als Gehaltstreiber

Die Seitwärtsbewegung bei der Vergütung ist aber kaum verwunderlich: Zum einen sind die Budgets krisenbedingt vielerorts kleiner. Zum anderen dauert es, bis Konzerne ihre Gehaltsbänder anpassen. Glaubt man den Personalberatern, dann wird der Beruf des Treasurers in den nächsten Jahren – also auch nach der Coronakrise – massiv an Bedeutung gewinnen.

Die Gehaltsaussichten der Spezialisten sind zudem gut: Von allen Berufsprofilen können Treasurer mit dem größten Gehaltszuwachs rechnen. Thomas von Ciriacy-Wantrup sieht künftig vor allem Digitalisierungsprojekte als Treiber: „Das Thema ist in fast allen Unternehmen von zentraler Bedeutung. Wenn man da bei einzelnen Projekten intensiv mitgearbeitet hat, ist das in Verhandlungen eine absolute Trumpfkarte.“

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