E.on-Finanzleiterin Verena Volpert integriert das Treasury von Innogy.

Frank Beer

12.12.19
Persönlich & Personal

So integriert E.on das Innogy-Treasury

E.on hat Innogy übernommen – einer der spannendsten deutschen M&A-Deals der vergangenen Jahre. Der Finanzbereich von E.on war bei dem Deal gleich an mehreren Stellen gefordert. Welche das sind, verrät Finanzleiterin Verena Volpert in der neuen Zeitschrift.

Eben erst ausgegründet, nun wieder integriert: Was für Innogy als Abspaltung einst so hoffnungsvoll begann, ist nun schon wieder Vergangenheit. Der Essener Energiekonzern gehört seit September zu E.on – im kommenden Jahr wandern Teile zurück an die einstige Mutter RWE, die ebenfalls in der Ruhrmetropole beheimatet ist.

RWE sah sich vor nicht einmal vier Jahren wegen der Energiewende zu der Abspaltung von Innogy gezwungen. Diese hat nun – über Umwege zwar – zu einer interessanten Neuordnung der Stromriesen geführt. Immer war dabei das Treasury gefordert: Bei der Abspaltung von RWE musste sich Innogy eine neue Struktur geben und die Schulden übertragen. Die Essener haben dafür hernach den Award „Treasury des Jahres 2017“ erhalten.

Nun übernimmt E.on seinerseits die Innogy-Schulden und große Teile des Treasury-Bereichs. Die Finanzabteilung musste das Pensionsmanagement von Innogy neu aufstellen, die Bankenstrategie des noch größer gewordenen Energieriesen überdenken und die finanziellen Voraussetzungen für die Übernahme schaffen.

Verena Volpert integriert das Innogy-Treasury

Die Fäden zieht dabei auf E.on-Seite eine der profiliertesten deutschen Finanzmanagerinnen. Verena Volpert ist bereits seit 2005 bei E.on und hat dort massive Investitionsprogramme, die – letztlich gescheiterte – Mega-Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa und die Abspaltung von Uniper begleitet. Die Innogy-Integration wird nun ihr letzter großer Deal als Finanzleiterin bei E.on sein.

Der Finanzbereich des Energiekonzerns bleibt jedoch in weiblicher Hand, Susanne Weitz von Innogy übernimmt ihre Rolle im Sommer 2020. Doch bis dahin ist noch viel zu tun, wie Volpert im Interview verrät. Und von Aufhören will die Sauerländerin ohnehin nicht viel wissen – sie wird auch nach der Übergabe an Weitz weiterhin an ausgewählten Finanzprojekten arbeiten, wie sie im Interview für unsere Titelgeschichte der neuen Printausgabe erklärte, die heute schon als E-Paper erhältlich ist.

Volpert zierte übrigens mit dem alten und neuen Treasury-Chef Stefan Hloch schon mal das Treasurer-Cover: Das war vor acht Jahren, als E.on gerade erfolgreich Anleihen im Tenderverfahren zurückgekauft hatte.

Aus zwei mach eins

Wie Verena Volpert das Innogy-Treasury bei E.on integriert

 

Weitere Informationen

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Dentz[at]derTreasurer.de

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