Adidas

11.12.18
Risiko Management

Adidas-Treasurer Drebes: „Vertrauen auf unsere Händler“

Bei Adidas spielen Währungsrisiken eine wichtige Rolle. Wie die Treasury-Abteilung des Sportartikelherstellers FX-Risiken absichert und welche Bedeutung digitale Anwendungen dabei haben, erklärt Treasury-Chef Jürgen Drebes.

In Zeiten steigender Volatilität an den Devisenmärkten rückt der Umgang mit Währungsrisiken in den Fokus. Viele Unternehmen versuchen, FX-Risiken über natürliche Absicherung abzumildern. Beim Sportartikelhersteller Adidas, der aus Kostengründen viel in Asien fertigt, ist das jedoch nur sehr bedingt möglich: Die Herzogenauracher fakturieren mehr als 90 Prozent ihrer Beschaffung in US-Dollar, der Großteil der Erlöse fällt jedoch in Euro an.

Das größte Währungsrisiko entsteht daher durch das Währungspaar Euro/Dollar: „Im vergangenen Jahr mussten wir knapp 7 Milliarden US-Dollar beschaffen, um das operative Geschäft abzusichern, davon waren alleine fast 4 Milliarden US-Dollar gegen den Euro zu konvertieren“, berichtet Jürgen Drebes, der die Treasury-Abteilung von Adidas seit Oktober 2017 leitet.

Adidas verzichtet auf Algorithmen im FX-Management

Der Dax-Konzern hat sich keine festen Sicherungsquoten und Zeiträume gesetzt, um je nach Marktphase angemessen reagieren zu können. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, den Händlern eine relativ hohe Flexibilität zu geben“, sagt Drebes. In der Regel erreiche man aber eine Sicherungsquote von bis zu 80 Prozent sechs Monate, bevor das zugrundeliegende Geschäft eintrete. 24 Monate vorher erfolge üblicherweise die erste Sicherung.

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Von Algorithmen im Währungsmanagement, wie sie inzwischen einige Großkonzerne einsetzen, um Transaktionskosten zu senken, hält Adidas indes nicht viel: „Wir setzen komplett auf die Erfahrung unserer Händler, denn wir glauben, so bessere Ergebnisse erzielen zu können“, erklärt Drebes, der 2015 von Fresenius zu Adidas wechselte.

Warum Adidas konkret auf den Einsatz von Algorithmen im Währungsmanagement verzichtet und welche Vorteile Treasury-Chef Drebes sich im Hinblick auf FX-Absicherungen von der Digitalisierung verspricht, das erfahren Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer.

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