BNP Paribas und Berenberg kooperieren beim FX Overlay Management

25.02.15 08:00

Neues FX-Hedging-Instrument für Treasurer geht an den Start

Von Desiree Backhaus

Das richtige Management von FX-Risiken wird angesichts der steigenden Volatilitäten an den Währungsmärkten derzeit immer wichtiger. Treasury-Abteilungen können dafür nun auf ein neues Instrument zurückgreifen.

BNP Paribas und Berenberg kooperieren beim FX Overlay Management

Mars58/iStock/Thinkstock/Getty Images

Fremdwährungsrisiken werden immer wichtiger. Nun bringen BNP Paribas und Berenberg ein neues Instrument auf den Markt.

Dass Wechselkursschwankungen abgesichert werden sollten, ist unstrittig. Doch wie können Treasurer das Dilemma lösen, Risiken zwar abzusichern, gleichzeitig aber Chancen auf Kursgewinne zu wahren? Die BNP Paribas und die Berenberg Bank bringen dafür jetzt das sogenannte Currency Overlay Management auf den Markt. Das haben Vertreter der Banken exklusiv gegenüber DerTreasurer erklärt.

Das Instrument kombiniere die Vorteile von Optionen mit denen eines Termingeschäfts, erklärt Volker Anhäuser, Leiter Zins- und FX-Derivate bei BNP Paribas in Deutschland: „Exporteure sollen die gesamte Chance einer weiteren Euro-Abwertung behalten, ohne dafür eine Prämie zahlen zu müssen.“

Architekt des Tools ist die Berenberg Bank, die anhand von fünf Modellen die Trends an den Währungsmärkten prognostiziert und Handlungsempfehlungen ableitet: Erkennt der Algorithmus einen steigenden US-Dollar, sinkt der Sicherungsgrad, und Termingeschäfte werden aufgelöst. Beginnt der Dollar an Wert zu verlieren, steigt die Absicherungsquote, neue Kontrakte werden abgeschlossen. An Berenberg müssen Firmen dafür eine Management Fee zahlen, die performanceorientiert sein kann. BNP Paribas verdient an den Abschlüssen der Termingeschäfte.

Berenberg: Currency-Overlay-Management für langfristige Sicherungen

„Insbesondere für Unternehmen, die ihr FX-Risiko für mindestens zwölf Monate im Voraus absichern und bei denen Translationsrisiken in der Bilanz eine wichtige Rolle spielen, kann diese Strategie eine sinnvolle Ergänzung des Währungsmanagements sein“, sagt Tindaro Siragusano, Leiter Asset Management bei Berenberg.

Ein ähnliches Angebot stellen auch andere Banken ihren Firmenkunden bereit. Berenberg bietet diese Strategie schon seit vielen Jahren für institutionelle Investoren an. Nun stößt sie laut Siragusano auch vermehrt bei Corporates auf Interesse. Weil Berenberg jedoch die Größe im Kreditbereich fehlt, um eine entsprechende Linie für den Kontrahenten zu hinterlegen, hat die Bank nun die Kooperation mit BNP Paribas gesucht. „Wir haben die Expertise hinsichtlich der Modelle und des Managements, BNP hat den Zugang zu den am Währungs-Overlay interessierten Firmenkunden und tritt als Kontrahent der Geschäfte auf“, sagt Siragusano.

BNP-Banker Anhäuser sieht noch einen zweiten Vorteil dieser Arbeitsteilung: „Sie verhindert Interessenskonflikte.“ Er vergleicht die Rollen mit denen eines Arztes und eines Apothekers: „Berenberg stellt die Diagnose, dass eine FX-Sicherung notwendig ist, und BNP Paribas stellt das Devisentermingeschäft bereit.“

Backhaus[at]derTreasurer.de