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23.10.18
Risiko Management

So rüstet sich die Deutsche Bank für den Brexit

Es bleiben noch fünf Monate bis zum Austritt Großbritanniens aus der EU. Die Vorbereitungen in den Banken laufen auf Hochtouren. Bei der Deutschen Bank sieht man im Brexit sogar eine Chance.

Die Deutsche Bank sieht sich mit ihren Brexit-Vorbereitungen auf Kurs. Das gilt nach Angaben der Bank auch für den Fall, dass es im kommenden März zu einem harten Austritt Großbritanniens aus der EU ohne Abkommen und Übergangsfrist kommen wird. „Wir sind gerüstet, sollte ein solches No-Deal-Szenario Realität werden“, sagt Lothar Meenen. Der langjährige Transaktionsbanker hat bei der Deutschen Bank gerade die Verantwortung für das europaweite Geschäft mit internationalen Großkonzernen übernommen.

Wie viele Institute hatte sich die Deutsche Bank lange mit konkreten Umzugsplänen zurückgehalten – in der Hoffnung, dass trotz Brexit vieles beim Alten bleiben kann. Angesichts der nach wie vor herrschenden Unsicherheit über die Ausgestaltung des britischen EU-Austritts ist das aber nicht mehr möglich.

Seit Juli ist bekannt, dass die Deutsche Bank einen großen Teil ihres Euro-Clearing-Geschäfts von London nach Frankfurt verlagern wird. Sie rüstet sich damit für den Fall, dass das Clearing für in Euro denominierte Zinsderivate nach dem Brexit nicht mehr über die Clearing-Stellen in der City laufen dürfte. „Die Kunden werden aber nichts von den bankinternen Verlagerungen spüren“, beteuert Meenen.

Brexit: Viele offene Fragen bei Derivategeschäften

Trotzdem hat das größte deutsche Geldhaus sogenannte Brexit-Relationship-Manager benannt, die Firmenkunden bei offenen Fragen beraten. Denn bei der Übertragung von Derivateverträgen von London auf die Frankfurter Zentrale ist die Bank auf die Kooperation der Treasurer angewiesen. „Wir arbeiten seit etwa einem Jahr am Re-Papering der Kontrakte“, erklärt Meenen. „Wenn alle Kunden mitspielen, werden wir rechtzeitig im kommenden März fertig sein.“

Für die Unternehmen entsteht durch die Verhandlung neuer Rahmenverträge mit den Banken sowie durch die Verlagerung bestehender Derivategeschäfte allerdings ein hoher bürokratischer Aufwand. Das berichten betroffene Finanzveranwortliche gegenüber DerTreasurer. Trotzdem drängen viele Treasurer darauf, dass Banken auch existierende Geschäfte transferieren, damit ein Netting mit Neugeschäften möglich ist.

Was verändert sich im Hinblick auf den Zahlungsverkehr und warum sieht die Bank den Brexit als Chance. Das lesen Sie im aktuellen E-Magazin von DerTreasurer.

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Das Re-Papering der Derivateverträge soll im kommenden März abgeschlossen sein. Im Cash Management sieht die Bank die größten Herausforderungen.

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Wie betrifft der EU-Großbritanniens die Treasury-Abteilungen? Weitere wichtige Informationen finden Sie auf unserer Themenseite Brexit.

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