Das über 275 Jahre alte Familienunternehmen Villeroy & Boch hat zum Jahreswechsel erstmals einen Schuldschein platziert. „Der erste Schuldschein hat viel Arbeit, aber auch viel Freude gemacht“, resümiert Susanne Reiter, Head of Corporate Treasury and Investor Relations bei Villeroy & Boch. Die Treasury-Chefin ist seit 23 Jahren bei dem Unternehmen, seit zehn Jahren ist sie Treasury-Leiterin.

Grund für die neue Finanzierung ist die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte. Im vergangenen Jahr kündigte der Keramikhersteller, der vor allem für Geschirr und Badkeramik bekannt ist, die Übernahme des belgischen Konkurrenten Ideal Standard an. Die Unternehmensbewertung des Übernahmekandidaten liegt mit Schulden bei rund 600 Millionen Euro.
Erster Schuldschein von Villeroy & Boch
„Das Instrument des Schuldscheins hat uns schon länger interessiert“, berichtet Reiter. „Wir haben mit Bankenpartnern wiederholt darüber gesprochen, aber uns hat der Anlass und Finanzierungsbedarf gefehlt.“ Mit dem Debüt-Schuldschein in Höhe von 280 Millionen Euro wurde die im vergangenen Jahr aufgesetzte Brückenfinanzierung in Höhe von 250 Millionen Euro abgelöst. Die Mittel aus dem Schuldschein ergänzen die bestehende Liquidität, aus der der Kaufpreis gezahlt wird, erklärt die Treasury-Chefin.
