Finledger feiert Debüt mit Blockchain-Schuldschein

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken

Die NRW-Bank und die Deka Bank treiben die Digitalisierung des Schuldscheins voran. Die beiden Banken haben einen Schuldschein über die blockchain-basierte Plattform Finledger rechtswirksam rein digital abgewickelt. Die NRW Bank trat dabei als Geldgeber auf, die Deka Bank als Darlehensnehmer. Die Plattform ist ein Gemeinschaftsprojekt der DZ BANK, der dwp Bank, der Helaba und der Deka Bank.

In der aktuellen Transaktion wurde Ende November ein Schuldschein über 5 Millionen Euro platziert. Es ist die erste Transaktion dieser Art mit einem Institut, dass nicht Teil des Finledger-Projekts ist. Die nächsten Schritte sind bereits geplant: Die NRW Bank will die Finledger-Komponente auch in die eigene IT-Infrastruktur einbauen.

Finledger will papierhafte Prozess überflüssig machen

Hinter Finledger verbirgt sich eine Backoffice-Lösung, die den papierhaften Abwicklungsprozesse bei Schuldscheintransaktionen überflüssig machen will. Die Dauer des Abwicklungsprozesses könne so um 50 Prozent reduziert werden, teilten die Deka und die NRW Bank mit.

Der Fokus von Finledger liegt auf nachgelagerten Abwicklungsprozessen, nicht auf Vermarktung und Handel, wie bei Schuldscheinplattformen à la Debtvision, VC Trade oder Finpair. „Im Unterschied zu den bereits bestehenden Angeboten, Schuldscheindarlehen auf digitalen Plattformen zu strukturieren und platzieren, können nun alle Stufen der Emissionsabwicklungen – inklusive Geschäftsbestätigung und Urkundenerstellung – papierlos durchgeführt werden“, heißt es zu der aktuellen Transaktion.

Finledger wirbt zudem mit mehr Sicherheit durch eine automatische Echtzeitprüfung und die elektronische Signatur, über die Urkunden digital erstellt werden können.

Wird Finledger neuer Marktstandard?

Die Pläne der Banken, die hinter Finledger stehen, sind ambitioniert: Mit der Plattform sei „die Grundlage für einen neuen Standard im Bereich Wertpapierservices auf dem deutschen Markt geschaffen“, kommentiert Martin K. Müller, Vorstandsmitglied der Deka Bank, in einer Mitteilung.

In einem nächsten Schritt soll die Finledger-Plattform auch anderen Unternehmen offenstehen. Auf Nachfrage von DerTreasurer gab eine Sprecherin der Deka Bank an, dass das für Mitte 2020 geplant ist.

Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.