Innovationen könnten das Factoring beflügeln

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Factoring erlebt in Zeiten der Krise häufig eine Sonderkonjunktur, so auch in der Corona-Phase. Das zeigen die Zahlen, die der Deutsche Factoring-Verband zum ersten Halbjahr 2021 veröffentlicht hat: Die Umsätze der Mitglieder des Verbands stiegen im ersten Halbjahr auf 146,5 Milliarden Euro, ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2020. Das heißt, dass Unternehmen stärker auf die kurzfristige Finanzierung von Forderungen gesetzt haben.

Warum das der Fall ist, zeigt die neue Studie „Factoring für die neue Zeit“, für die F.A.Z. Business Media | research gemeinsam mit FINANCE und CRX Markets 140 Finanzentscheider aus Unternehmen in Deutschland befragt hat. Die Teilnehmer sind CFOs (21 Prozent), Leiter Treasury und Finanzen (39 Prozent) sowie Mitarbeiter der Treasury-Abteilung (19 Prozent).

Factoring ist wichtig für Absatzfinanzierung

Für die Befragten ist Factoring das wichtigste Tool der Absatzfinanzierung. Es hilft den Unternehmen vor allem, ihre Liquidität zu erhöhen und die Bilanz zu optimieren. Die Befragten räumen ihm den Vorzug gegenüber komplexeren Ansätzen wie ABS und ABCP-Strukturen ein, die eher bei größeren Mittelständlern und Konzernen zum Einsatz kommen. Immerhin 30 Prozent setzen Reverse Factoring ein.

Speziell bei den technischen Schnittstellen können sich die Anbieter deutlich vom Wettbewerb abgrenzen, indem sie besonders gute Lösungen bieten. Es zeigt sich: Die Digitalisierung des Factorings spielt eine immer wichtigere Rolle – und das wird in der Zukunft noch weitergehen. 39 Prozent der Befragten erwarten, dass digitale Marktplätze für Factoring in Kombination mit weiteren Finanzinstrumenten künftig eine wichtige Rolle für die Unternehmensfinanzierung spielen werden.

Folgen für die Anbieter

Die fortschreitende Digitalisierung wird Folgen für die Anbieterstruktur haben. Derzeit dominieren den deutschen Markt klassische Factoring-Gesellschaften. Daneben haben in den vergangenen Jahre auch Fintechs versucht, den Markt zu erobern – deren Ambition ist inzwischen abgeflaut. Die rein digitalen Vertriebsansätze waren wenig zielführend. Eine andere Art von Finanz-Start-ups könnte aber erfolgreicher sein: die Supply-Chain-Fintechs. Den Plattformen trauen die Befragten eine wichtige Rolle zu.

Dentz[at]derTreasurer.de

Info

Die gesamte Studie können Sie hier herunterladen.

Markus Dentz ist Chefredakteur von DerTreasurer und der Fachzeitschrift FINANCE. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury.