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03.07.19
Asset Management

Durchbruch für den „neuen“ Euribor

Die Umstellung der Euro-Referenzzinsen kommt einen gewaltigen Schritt voran: Die Behörden haben die hybride Berechnungsmethode des Euribor abgesegnet.

Der neue Euribor wird kommen. Wie das European Money Markets Institute (Emmi) heute mitteilt, hat die belgische Finanzaufsichtsbehörde dem Institut grünes Licht für die neue hybride Berechnungsmethode des Referenzzinssatzes gegeben. Das Emmi darf den neuen Euribor unter der EU-Benchmark-Verordnung veröffentlichen und verwalten.

Das Non-Profit-Institut hatte in den vergangenen Jahren auf diese Autorisierung als „Critical Benchmark Administrator“ hingearbeitet. Dafür wurde die Governance gestärkt und die neue hybride Methode entwickelt, teilt Emmi mit. Diese Methode beruht sowohl auf Transaktionsdaten und, wo erforderlich, auch auf Daten aus anderen Quellen. Damit gilt sie als sicherer als die bisherige manipulationsanfällige Berechnungsmethodik.

In der Vergangenheit war der Referenzzinssatz alleine auf Grundlage von Einschätzungen einer Reihen von Banken berechnet worden. Verschiedene Geldhäuser hatten Referenzzinssätze wie Euribor oder die britische Variante Libor im großen Stile manipuliert, was die Reform der Referenzzinssätze im Nachgang an die Finanzkrise erst ausgelöst hatte. Deshalb musste das Emmi-Institut einen neuen Berechnungsweg finden. Eine Umstellung auf ein rein transaktionsbasiertes Modell war aber im ersten Schritt gescheitert. In Folge dessen hat das Emmi die hybride Methode entwickelt.

Umsetzung der neuen Methodologie bis zum Jahresende

„Wir freuen uns, diese Autorisierung erhalten zu haben. Sie bestätigt, dass die hybride Methodologie robust, resilient und transparent ist, und die Erwartungen der Stakeholder rechtzeitig erfüllen wird“, sagt Emmi-Generalsekretär Jean-Louis Schirmann. Das Institut werde nun die gesamte Aufmerksamkeit auf die Implementierung der neuen Methode richten, was noch vor Ende des Jahres abgeschlossen werden soll.

Für Finanzverantwortliche ist die Entscheidung der belgischen Aufsichtsbehörden eine gute Nachricht. Sie bringt mehr Klarheit in den weiteren Verlauf der Umstellung der Referenzzinsen. Bislang hatte sich – anders als beim Eonia – keine konkrete Alternative für den Euribor abgezeichnet. Ein entsprechender Zinssatz hätte erst entwickelt werden müssen.

Koegler[at]derTreasurer.de

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