Roman Schmidt über die CP-Transaktion von Commerzbank und KfW

16.10.17 09:00

Commerzbank: Regulator begutachtet Blockchain-Deal

Von Markus Dentz

Mit einer Commercial-Paper-Transaktion via Blockchain von Commerzbank und KfW konnte der Regulator einen klaren Eindruck davon bekommen, wie ein digitales Wertpapier entsteht und platziert werden kann. Roman Schmidt, Bereichsvorstand Corporate Finance bei der Commerzbank, spricht mit DerTreasurer über die Hintergründe der Transaktion.

Roman Schmidt, Bereichsvorstand Corporate Finance bei der Commerzbank, spricht mit DerTreasurer über die Hintergründe der Commercial-Paper-Transaktion via Blockchain.

Links: Alexandra Lechner, Commerzbank AG; rechts: Julia Schwager, Commerzbank AG; Montage: DerTreasurer

Roman Schmidt, Bereichsvorstand Corporate Finance bei der Commerzbank, spricht mit DerTreasurer über die Hintergründe der Commercial-Paper-Transaktion via Blockchain.

Commerzbank, KfW und MEAG haben gemeinsam ein von der KfW begebenes Geldmarktwertpapier gehandelt, wie vergangene Woche bekannt wurde. Diese Transaktion mit einem Euro Commercial Paper (CP) wurde, ähnlich wie der Daimler-Schuldschein im Juni, parallel in einer Blockchain abgebildet. Dieses Vorgehen ist notwendig, da die Regulatorik noch nicht erlaubt, eine Finanztransaktion allein über die Blockchain durchzuführen.

Roman Schmidt, Bereichsvorstand Corporate Finance bei der Commerzbank, erklärte gegenüber DerTreasurer dazu: „Wir stehen auch in diesem Projekt in engem Austausch mit den Regulatoren von Bafin, EZB und Bundesbank.“ Mit der Live-Transaktion konnte der Regulator einen klaren Eindruck davon bekommen, wie ein digitales Wertpapier entsteht und platziert werden kann. Das CP sei ohne Einbeziehung einer Zahlstelle und eines Clearingsystems abgewickelt und an die MEAG, den Vermögensverwalter von Munich Re und Ergo, verkauft worden.

Abwicklung der Commercial Paper-Blockchain-Transaktion in Echtzeit

Die Pilottransaktion umfasste ein Volumen in Höhe von 100.000 Euro bei einer Laufzeit von fünf Tagen. Üblicherweise würden die Zahlung und die Abwicklung von Wertpapieren zwei Tage in Anspruch nehmen. „Das Besondere war, dass die Transaktion mit T+0, also in Echtzeit, abgewickelt werden konnte“, sagt Schmidt. Durch die geringere Zahl von Intermediären und die neue Distributed-Ledger-Technologie sei die unmittelbare Wertstellung möglich.

Inzwischen ist das Commercial-Paper von der KfW wieder an den Investor MEAG zurückgezahlt worden. „Commercial Paper bieten sich für die Verprobung von Wertpapiertransaktionen auf Basis der Blockchain-Technologie besonders an, da sie hoch standardisiert sind und der Verwaltungsaufwand stark reduziert werden kann“, sagt Schmidt. Für Banken ist das margenschwache Geschäft mit den CPs in den vergangenen Jahren unattraktiver geworden, deswegen kann die Blockchain als neue Technologie hier besonders helfen.

Bis diese standardmäßig eingesetzt werden kann, sind allerdings noch regulatorische Hürden zu überwinden, und die Zahlungsströme müssen auch außerhalb von Kryptowährungen auf der Blockchain abbildbar sein. Erst wenn die Behörden die Blockchain als alleinige Abwicklungsplattform akzeptieren, können die Effizienzvorteile der Technologie wirklich zum Tragen kommen.

Dentz[at]derTreasurer.de

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