Der Maschinen- und Anlagenbauer hat seinen Konsortialkredit refinanziert.

Gea Group

27.08.21
Finanzen & Bilanzen

Gea baut ESG-Hintertürchen in neuen Kredit ein

Entgegen dem Trend hat der Maschinen- und Anlagenbauer Gea seine neue Kreditlinie ohne ESG-Komponente abgeschlossen. Das will das Treasury bald nachholen.

Der Maschinen- und Anlagenbauer Gea hat seinen Konsortialkredit refinanziert. Wie das Unternehmen gegenüber DerTreasurer bestätigte, kommt die neue revolvierende Kreditfazilität auf ein Volumen von 650 Millionen Euro.

„Unsere nicht gezogene syndizierte Kreditlinie (,Club-Deal‘) wäre erst im August 2022 fällig, aber wir wollten nicht erst unter Zeitdruck refinanzieren, sondern haben dies bereits jetzt erledigt“, kommentiert Bernd Becker, Head of Treasury und Corporate Finance bei Gea, die Transaktion. Die Laufzeit des neuen „Revolvers“ beträgt – wie bei solchen Instrumenten üblich - fünf Jahre mit zwei Verlängerungsoptionen.

Gea-Kredit hat Rendezvous-Klausel

Dass der Maschinen- und Anlagenbauer den Konsortialkredit nicht an Nachhaltigkeitsziele koppelt, überrascht auf den ersten Blick. Schließlich sind solche ESG-Links bei RCFs inzwischen weit verbreitet, Bayer hat seinen bestehenden Kredit gerade entsprechend ergänzt.

Auch Gea hat das Thema auf dem Schirm und will bald nachziehen, wie Treasurer Becker erklärt: „Es besteht die feste Absicht, den neuen Loan in eine nachhaltige Kreditlinie mit ESG-Kriterien zu wandeln.“ Deshalb sei bereits eine entsprechende Absichtserklärung („Rendezvous-Klausel“) im Darlehensvertrag aufgenommen worden. Nach dem Capital Markets Day Ende September, auf dem Gea auch seine neue Nachhaltigkeitsstrategie bekanntgeben will, werde man die ESG-Kopplung angehen, so Becker.

Gea hat auch Schuldscheine am Markt

Die im MDax notierte Gea-Gruppe hat mit der Neuverhandlung des Kredits einen wichtigen Finanzierungsbaustein gesichert. Teil der aktuellen Finanzierungsstruktur sind noch zwei Schuldscheindarlehen im Gesamtvolumen von 250 Millionen Euro, die im Februar 2023 und 2025 auslaufen. Hinzu kommt ein zweiteiliges Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 150 Millionen Euro, das bis 2025 und 2027 läuft. Eine Corona-bedingte syndizierte Linie über 200 Millionen Euro ist vor wenigen Wochen ausgelaufen. Die US-Ratinghäuser Moody's (Baa2) und Fitch (BBB) bewerten die Düsseldorfer jeweils stabil im Investmentgrade.

Der Konzern hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Probleme mit seiner Prognosegenauigkeit und dem Working Capital Management. Beide Punkte hat der Konzern unter seinem neuen CFO Marcus Ketter zuletzt in den Griff bekommen.

Eich[at]derTreasurer.de

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