Der erste Staatskredit reicht Tui nicht aus.

Tui

13.08.20
Finanzen & Bilanzen

Tui bekommt erneut Staatshilfe

Der von der Coronakrise gebeutelte Reisekonzern Tui erhält abermals Milliardenhilfe vom Staat. Das Geld kommt über zwei Finanzierungsbausteine.

Nachdem der erste Staatskredit Tui in der Coronakrise nicht ausreichte, schießt die Bundesregierung nun 1,2 Milliarden Euro hinterher. Wie die Hannoveraner am Mittwoch bekanntgaben, benötigt der Reisekonzern das Geld, um „die touristische Saisonalität im Winter 2020/21“ abzusichern und weitere Reisebeschränkungen abzudecken.

Das Geld bekommt Tui über zwei Finanzierungsbausteine: So haben sich die Hannoveraner mit der KfW darauf verständigt, die bestehende KfW-Kreditlinie um 1,05 Milliarden Euro zu erweitern. Bereits im April hatte der Reisekonzern einen KfW-Kredit über 1,8 Milliarden Euro erhalten. Beide KfW-Kredite stocken die bestehende Revolving Credit Facility, die der Reisekonzern mit einem Bankenkonsortium vereinbart hatte, auf. Die dafür notwendigen Änderungen seien zusammen mit den Banken „nahezu umgesetzt“, teilte der Reisekonzern mit.

Allerdings kann Tui den zweiten KfW-Kredit nur in Anspruch nehmen, wenn der Reisekonzern eine Wandelanleihe in Höhe von 150 Millionen Euro an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds begibt. Zudem sollen die Gläubiger einer im Oktober 2021 fälligen Anleihe auf eine Begrenzung der Verschuldung der Tui verzichten. Beide Bedingungen sowie weitere formelle Voraussetzungen müsse Tui bis zum 30. September dieses Jahres erfüllt haben, um die erweitere Staatshilfe erhalten zu können. Dabei ist die Wandelanleihe mit einer Verzinsung von 9,5 Prozent für Tui ziemlich teuer.

Staat könnte Anteilseigner werden

Insgesamt wächst damit Tuis Liquiditätspuffer auf 2,4 Milliarden Euro an. Im Gegenzug bedeutet das: Der Staat steht auf der Vorstufe zu einem Einstieg bei Tui. Wenn die Anleihe volltständig umgewandelt werden sollte, würde der Bund bis zu 9 Prozent der Anteile des Reisekonzerns besitzen.

Mehr Informationen über die Transaktion und was die erneute Staatshilfe für Tui bedeutet, lesen Sie bei unserer Schwesterpublikation FINANCE.

s.backhaus[at]dertreasurer.de