Sustainable Finance hat in den USA derzeit einen schweren Stand: Die Republikaner gehen dort politisch gegen ESG-Investments vor. Rund 15 US-Staaten haben Gesetze eingeführt, mit denen ESG als Investmentstrategie illegal werden soll, schreibt die SEB in ihrem aktuellen Green-Bond-Report. „Die US-Debatte über ESG wird unnötigerweise mit dem größeren Konflikt über kulturelle Werte verknüpft“, so die SEB-Experten.
Dadurch gebe es in den USA weniger Transaktionen mit Nachhaltigkeitsbezug. Das hat globale Folgen: Durch den Rückgang in den USA und auch in Asien ist das Volumen von nachhaltigen Krediten und Anleihen weltweit zurückgegangen. Im Rest der Welt sind nachhaltige Fremdkapitalfinanzierungen hingegen auf dem Vorjahresniveau.
In den ersten vier Monaten des Jahres wurde weltweit nachhaltiges Fremdkapital in Höhe von 450 Milliarden US-Dollar ausgegeben. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 543 Milliarden Dollar.
ESG-Loans weniger nachgefragt
Besonders stark sind Kredite mit Nachhaltigkeitsbezug zurückgegangen, erläutern die Banker. Das Volumen von Sustainability-linked Loans ist weltweit um über 100 Milliarden US-Dollar gesunken. Auch grüne Kredite sind laut SEB-Report um rund 20 Milliarden US-Dollar zurückgegangen.
Einbußen gibt es aber nicht überall: In Subsahara-Afrika und im Mittleren Osten wurden mehr nachhaltige Kredite abgeschlossen. Bei Anleihen ist die Verteilung ähnlich wie im gleichen Vorjahreszeitraum.Green Bonds sind das einzige Segment, das substantiell wächst. Sustainability Bonds konnten nur ein geringfügiges Plus erzielen. Das Volumen von Anleihen mit Sozial- und Nachhaltigkeits-Link ist minimal zurückgegangen.
Insgesamt sind Bondemissionen mit Nachhaltigkeitslabel leicht gestiegen – von rund 398 Milliarden auf 411 Milliarden US-Dollar.
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Dieser Artikel ist zuerst im E-Magazin von DerTreasurer erschienen. Hier finden Sie die gesamte Ausgabe.
Eva Brendel ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Ihr Themenschwerpunkt ist Unternehmensfinanzierung.

