Crebita will Markt für Warenkreditversicherungen aufmischen

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Die meisten deutschen Mittelständler räumen ihren Kunden Zahlungsziele ein, aber die wenigsten verfügen über eine Warenkreditversicherung (WKV). So lautet zumindest die Diagnose von Karsten Bahns: „Forderungsausfälle können schnell zu Problemen im Unternehmen führen, gerade bei KMUs. Für die Warenkreditversicherung bestehen noch große, bislang ungenutzte Marktchancen.“

Bahns arbeitete 15 Jahre beim Marktführer Euler Hermes, bis er 2016 zu dem Spezialmakler CFG Finance wechselte. Dort lernte er Dominik Menn kennen, der zuvor für R+V und Atradius tätig war. Gemeinsam gründeten sie 2018 das Insurtech Crebita. Ihr Ansatz: „Wir digitalisieren den Kreditversicherungsprozess und ermöglichen es so, Einzelrisiken auch in kleinen Volumina kostendeckend abzusichern“, erklärt Bahns.

Crebita kooperiert mit R+V

Möglich ist das, weil Crebita den Antrags- und Prüfungsprozess automatisiert hat. „Wir setzen auf ein regelbasiertes Underwriting“, berichtet Co-Gründer Menn. In den Entscheidungsprozess fließen Antworten zum Zahlungsverhalten des Kunden sowie Daten und Ratings von Drittanbietern ein, zu denen Crebita Schnittstellen gebaut hat. Zudem kann das Unternehmen Laufzeit und Höhe der Selbstbeteiligung wählen. Die Prämie wird anschließend anhand der verschiedenen Parameter automatisch ermittelt.

Der gesamte Prozess dauere für die Unternehmen nur wenige Minuten, wirbt Menn: „Über einen Versicherungsschutz bis zu einer Höhe von 150.000 Euro wird in Echtzeit entschieden.“ Bei größeren Volumina hält das Insurtech Rücksprache mit der R+V. Der genossenschaftliche Versicherer steht als Risikoträger hinter Crebita.

Versicherungsvolumen liegt bisher bei 100 Millionen Euro

In den ersten zwei Jahren hat Crebita eine vierstellige Anzahl an Verträgen abgeschlossen. Schäden gab es bei einer einstelligen Zahl von Verträgen, sagt Menn: „Der regelbasierte Prüfprozess scheint also entgegen vieler vorheriger Bedenken im Markt zu funktionieren.“ Das abgeschlossene Versicherungsvolumen liegt bei 100 Millionen Euro – ein Bruchteil des gesamten WKV-Markts, der gut 400 Milliarden Euro schwer ist.

Neben der Police für unversicherte Unternehmen hat Crebita auch eine Lösung für Top-up-Deckungen für bis zu 500.000 Euro entwickelt, wenn das von anderen Anbietern gewährte Limit unzureichend ist. „Hier verlangen wir aktuell einen festen Prämiensatz von 2,75 Prozent, der sich bei weiterer Normalisierung der Gesamtlage voraussichtlich wieder dem Vor-Corona-Niveau von 1,75 Prozent annähern wird“, erklärt Bahns.