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08.05.19
Risiko Management

Mit diesen Banken handeln Treasurer FX-Deals

Unternehmen sichern ihre FX-Risiken besonders häufig mit der Citibank ab. Die US-Bank ist Marktführer im globalen Devisenhandel, die Deutsche Bank rutscht im Ranking dagegen nach hinten.

Die Citibank ist der weltweit wichtigste Devisenhändler für Unternehmen der Realwirtschaft. Das geht aus einer Umfrage der US-Beratung Greenwich Associates unter 611 Corporates hervor. Auf Platz zwei folgen gleichauf JP Morgan und HSBC. Die britische Großbank hat sich damit gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert, damals lag das Haus noch auf dem dritten Platz hinter JP Morgan. Bei Sicherungsgeschäften in Schwellenländerwährungen ist die HSBC sogar gemeinsam mit der Citibank Marktführer. Hier belegen JP Morgan und Standard Chartered gleichauf den dritten Platz.

Abgerutscht ist in dem Ranking dagegen die Deutsche Bank: Ihr Marktanteil im weltweiten FX-Handel mit Corporates war 2018 genauso hoch wie der von Barclays und der Bank of America Merrill Lynch. Alle drei Häuser lagen damals gleichauf auf Rang vier. Jetzt ist das größte deutsche Geldhaus hinter die beiden Wettbewerber zurückgefallen.

In Deutschland bleibt die Deutsche Bank vorne

In Deutschland, wo Greenwich die Antworten von 46 Unternehmen ausgewertet hat, ist die Deutsche Bank dagegen die Nummer 1 im Währungshandel: Das Haus verfügt der Umfrage zufolge gemeinsam mit der Citibank über den höchsten Marktanteil, gemessen am Volumen der abgewickelten FX-Geschäfte für deutsche Kunden. Zudem hat die Deutsche Bank – zusammen mit der Commerzbank – die größte Marktdurchdringung im Währungsmanagement. Hier legt Greenwich die Zahl der Kunden zugrunde, die Sicherungsgeschäfte mit der jeweiligen Bank abschließen.

Doch Masse ist nicht gleich Klasse: Die beste Qualität rund um Fremdwährungsprodukte sowie deren Vertrieb attestieren die befragten deutschen Firmen der Citi und der HSBC. Die heimischen Institute können punkten, wenn es um die Art der Ausführung von FX-Geschäften geht: Hier sehen die Befragten die Deutsche Bank, die BayernLB und die LBBW vorn.

FX: Für kleinere Banken wird es schwierig

Den Studienautoren zufolge profitieren die Landesbanken von der physischen Nähe und den gewachsenen Beziehungen zu Unternehmen, denen sie auch Kredite geben. Damit sich regionale Banken langfristig im zunehmend elektronischen Devisenhandel behaupten könnten, müssten sie ihre Technologiefähigkeiten ausbauen. Greenwich erwartet daher, dass kleinere Banken IT-Lösungen von Drittanbietern einkaufen. Zudem dürften sich die Häuser Nischen suchen, und sich etwa auf bestimmte Währungspaare oder strukturierte Deals spezialisieren, glaubt die Beratung. Mit dem Abschluss von Kassageschäften in G10-Währungen Geld zu verdienen, werde für die Händler immer schwieriger.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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