Unternehmen vertrauen bei ihren FX-Geschäften vor allem auf US-amerikanische Kreditinstitute.

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11.05.18
Risiko Management

Citi ist Marktführer für FX-Geschäfte

Unternehmen greifen im globalen Handel mit Fremdwährungen oft auf US-amerikanische Banken zurück. Aber auch ein deutsches Haus ist in den vorderen Rängen zu finden.

Citi und JP Morgan sind die unangefochtenen Marktführer im globalen Handel mit Fremdwährungen. Das geht aus einer Umfrage der US-Beratung Greenwich Associates unter weltweit 1.455 Nutzern von FX-Geschäften hervor, darunter 622 Corporates. Betrachtet man nur den Handel mit Unternehmen der Realwirtschaft, dann steht die Citi alleine an der Spitze, gefolgt von JP Morgan und der HSBC. Die Deutsche Bank wickelt weltweit die viertmeisten FX-Geschäfte für Corporates ab. Das größte deutsche Geldhaus liegt damit gleichauf mit der Bank of America Merrill Lynch (BofAML) und Barclays.

Die beste Qualität rund um Fremdwährungsprodukte attestieren die befragten FX-Verantwortlichen der BofAML und der Citi. Die größte Vertriebsstärke sehen die Corporates bei der BofAML, die beste Handelskompetenz hat dagegen der Umfrage zufolge die Citi. In Bezug auf den Service schneiden beide US-Häuser gleich gut ab.

Technologie entscheidet über Erfolg im FX-Geschäft

Neben dem globalen Netzwerk der Bank ist die Technologie einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren im FX-Geschäft. Greenwich zufolge achten die befragten Unternehmen und institutionellen Investoren zunehmend darauf, wie gut die Banken im elektronischen Handel aufgestellt sind, und allokieren ihr Geschäft entsprechend.

Die führenden Häuser reagieren darauf: Obwohl 2017 angesichts der geringeren Volatilität an den Währungsmärkten eines der schwierigsten für FX-Händler seit langem war, haben die Banken Greenwich zufolge in großem Umfang in den Auf- und Ausbau ihrer Handelsplattformen sowie den Einsatz von Algorithmen bei der Deal-Exekution investiert.

Die Beratung rechnet damit, dass der Anteil der FX-Transaktionen, die mit Hilfe von Algorithmen durchgeführt werden, in den kommenden zwei bis drei Jahren deutlich steigen wird. Einige Banken hätten 2017 strategische Investitionen getätigt, um sich für die erwartete Erholung des FX-Marktes zu rüsten, meint James Borger, Managing Director bei Greenwich Associates.

Mifid II hat negative Folgen

Derweil sorgt die Anfang des Jahres in Kraft getretene Finanzmarktregulierung Mifid II für Komplikationen am Devisenmarkt: So sind nur 5 Prozent der Befragten bereit, für FX-Research zu bezahlen. Das stellt vor allem die Händler von institutionellen Investoren in Europa vor Herausforderungen. Ihre Arbeitsgeber legen die Mifid-II-Regeln zum Teil sehr streng aus: So dürfen einige Händler ohne Research-Vertrag keinen Kontakt zu den vermittelnden Banken aufnehmen, beobachtet die Beratung.

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