Im Herbst vergangenen Jahres wechselte der langjährige Tipco-Manager Hubert Rappold im Zuge der Übernahme durch den Cash-Management-Spezialisten Nomentia zu den Finnen. In den vergangenen Monaten hat sich der 47-Jährige eingearbeitet und ist vor wenigen Wochen als Chief Sales Officer ins Management von Nomentia aufgestiegen. „Ich kümmere mich jetzt gruppenweit um den Vertrieb. Im Endeffekt ist es die gleiche Rolle wie bei Tipco – nur internationaler und mit vergrößertem Portfolio“, erklärt Rappold gegenüber DerTreasurer.
Nomentia will Sales und Marketing stärken
Eine der Hauptaufgaben von Rappold wird nun sein, in den Märkten einheitliche Strukturen zu schaffen. „In Finnland hat Nomentia einen Marktanteil von 90 Prozent. Da muss man gar nicht so viel Marketing machen“, so Rappold. Neben der Qualität in der Produktentwicklung wollen die Finnen deshalb die Bereiche Sales und Marketing, dort wo sie noch weniger bekannt sind, stärker in den Vordergrund stellen.
Nomentia will vermeiden, dass die Übernahme zu Unzufriedenheit bei der bestehenden Tipco-Kundschaft führt. „Prozesse wie der Support oder die Projektdurchführung dürfen nicht leiden. Unsere Kunden sollen weiter die gewohnte Qualität genießen“, erklärt Rappold. Daher gehe es nun erst mal darum, die internen Strukturen zu stärken, um diese Qualität auch im Rahmen des gemeinsamen Produktportfolios zu gewährleisten.
Auch deshalb habe man sich entschieden, die Produkte von Nomentia und das Tipco-System „TIP“ bis auf weiteres getrennt zu betreiben. „Wir haben eine anspruchsvolle Roadmap. Wenn wir uns jetzt aufs Zusammenlegen konzentrieren, hätten wir weniger Zeit für Weiterentwicklungen“, begründet der Manager die Entscheidung. „Wir arbeiten natürlich an einem gemeinsamen Log-in. Die Daten werden synchron sein, das User Interface ähnlich aussehen.“ Ob dahinter zwei Datenbanken lägen, sei den Kunden letztlich nicht so wichtig, meint Rappold.
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Nomentia gewinnt Gewofag und Brita als Kunden
Inhaltlich arbeite man bei Nomentia derzeit an Projekten in den Bereichen FX-Risikomanagement, Inhouse Banking, Ebam, Digitalisierung im Avalmanagement und Predictive Analytics. „Unsere Zielgruppe für den Zahlungsverkehr ist derzeit der Mittelstand“, sagt Rappold speziell mit Blick auf den DACH-Markt.
In diesem Segment fühlen sich die Finnen derzeit wohl, man habe auch in kurzer Zeit schon mehrere Unternehmen als Kunden gewinnen können wie Gewofag, Brita und die Castolin-Eutectic-Gruppe. „Inhaltlich und technisch könnten wir, wie bereits mit dem Produkt TIP, auch im Zahlungsverkehr Unternehmen mit komplexen Anforderungen bedienen“, so der Nomentia-Manager.
Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury.


