International aktive Unternehmen müssen Zahlungen in verschiedenen Währungen durch die Welt schicken. Ein gutes Timing kann sich da als geldwerter Vorteil herausstellen, da Treasury-Abteilungen so Währungsrisiken reduzieren und Produktionsabläufe optimieren können. Doch wann ist der beste Zeitpunkt für internationale Überweisungen?
Das FX-Fintech Iban First hat sich stichprobenartig 2.180 Zahlungen von in der EU ansässigen Konzernen angeschaut und interessante Erkenntnisse gewonnen. „Der Zeitpunkt von Zahlungsläufen ist entscheidend. Um eine schnelle Ausführung zu gewährleisten, müssen Zeitfenster an Währungen und Zieldestinationen angepasst werden“, kommentiert Mark Elser, Deutschlandchef von Iban First, die Ergebnisse.
Überweisungen brauchen oft eine Woche
Den Daten zufolge erreichen 90 Prozent der US-Dollar-Überweisungen aus der EU heraus den Empfänger in China binnen 24 Stunden, die restlichen 10 Prozent brauchen bis zu einer Woche. Mit etwas mehr Zeit müssen EU-Treasurer bei Dollar-Zahlungen nach Hongkong rechnen: Hier brauchen 14,2 Prozent länger als 24 Stunden. Am schnellsten gehen erwartungsgemäß Dollar-Überweisungen in die Vereinigten Staaten, die in 61 Prozent der Fälle innerhalb von zwei Stunden durch die Systeme gelaufen sind. Die Ergebnisse bestätigen Elsers Erfahrungen: Längere Wartezeiten führten nicht selten zu Nachfragen chinesischer Lieferanten, diese sollten im Prozess berücksichtigt werden.
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Iban First hat sich auch genauer angeschaut, wann denn der beste Zeitpunkt ist, um Gelder in die entsprechenden Länder zu schicken. Dollar-Zahlungen nach China sollten Treasurer demnach idealerweise dienstags, mittwochs oder donnerstags zwischen 8 und 10 Uhr morgens (MEZ) tätigen. Dollar nach Hongkong zu schicken funktioniert ebenfalls in diesem Zeitfenster besonders gut, allerdings ist hier nur Mittwoch oder Donnerstag ideal, wie die Daten nahelegen. Dollar-Überweisungen in die USA können Treasurer hingegen gut von Dienstag bis Freitag veranlassen, hier rät das FX-Fintech jedoch eher zum Zeitraum 13 bis 17 Uhr.
Daten auf Konzerne übertragbar
Die Daten hat Iban First vor allem für kleinere Mittelständler erhoben, die Erkenntnisse ließen sich aber auch auf größere Unternehmen übertragen, heißt es seitens des Unternehmens. „Ich empfehle allen Unternehmen, einen genauen und tiefergehenden Blick in ihre aktuellen Transaktionszeiten zu werfen, um mit kleinen Anpassungen eine große Wirkung erzielen zu können“, sagt Iban-First-Manager Elser.
Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury.


