Offiziell bestätigt: Euler Hermes wird zu Allianz Trade

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Beim Kreditversicherer Euler Hermes steht eine Namensänderung an, wie bereits seit einiger Zeit bekannt ist. Wie DerTreasurer aus Finanzkreisen bereits Mitte Februar erfahren hat, soll das Haus in Allianz Trade umbenannt werden. Euler Hermes selbst hielt sich zu Einzelheiten zum neuen Namen zunächst bedeckt, bestätigt aber, dass eine Umbenennung in der ersten Jahreshälfte 2022 umgesetzt werden soll. Inzwischen ist klar, dass der neue Name bereits ab dem 28. März präsent sein soll.

Mit der Umbenennung rückt der Kreditversicherer sprachlich näher an den Mutterkonzern – Euler Hermes ist eine 100-prozentige Allianz-Tochter. Der Grund für den neuen Namen: „Die Umfirmierung ist sowohl für Euler Hermes als auch für die Allianz sehr sinnvoll, da es unserem Unternehmen weitere Wachstumschancen eröffnet. Schon heute nutzen wir in unserer gesamten Kommunikation bereits den Zusatz ‚ein Unternehmen der Allianz‘“, erklärt eine Sprecherin auf Nachfrage.

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Update 15. März 2022: Dieser Artikel erschien zuerst am 17. Februar 2022. Mittlerweile hat Euler Hermes in einen Schreiben bestätigt, dass man sich zum 28. März in Allianz Trade umbenennt.

Mit dem namentlichen Neubeginn ist keine Veränderung der Struktur in der Allianz-Gruppe verbunden. „Die Anbindung bleibt – wie bisher auch – direkt bei der Allianz SE“, heißt es. Der Konzern hatte den Kreditversicherer 2018 komplett übernommen. Der Hauptsitz von Euler Hermes liegt in Paris, der Kreditversicherer ist in über 50 Ländern vertreten und beschäftigt etwa 5.800 Mitarbeiter, 1.400 davon in Deutschland. Das Haus versicherte nach eigenen Angaben im Jahr 2020 weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von 824 Milliarden Euro. Der Fokus des Geschäfts liegt vor allem auf der Warenkreditversicherung. Rund 85 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem insbesondere für Treasurer wichtigen Bereich.

Unruhe um Warenkreditversicherer in Coronakrise

Während der Pandemie hatte Euler Hermes für Unruhe gesorgt: 2020 wurde bekannt, dass das Haus plante, den Versicherungsschutz für Unternehmen mit schwacher Bonität zum Jahresende zu befristen. Die Allianz-Tochter reagierte damit auf das Auslaufen des Corona-Schutzschirm des Bundes, der mit Verlängerung letztlich bis Sommer 2021 lief.

Der große Knall im Versicherungsgeschäft blieb allerdings aus, die Zahl der Insolvenzen blieb trotz Pandemie niedriger als befürchtet. Den Ärger über Euler Hermes hatten in der Folge allerdings Wettbewerber als Chance für die eigenen Geschäftsaktivitäten gesehen.

Euler Hermes ist in Deutschland der klare Marktführer bei Warenkreditversicherungen: Knapp die Hälfte der Deckungszusagen über rund 400 Milliarden Euro entfiel Stand Ende 2020 auf den Kreditversicherer. Auf Rang 2 findet sich der Kölner Kreditversicherer Atradius, gefolgt von der Mainzer Coface, deren Mutter in Frankreich sitzt.

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Weitere News rund um Warenkreditversicherungen erfahren Sie auf unserer Themenseite.

Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.