Überweisungen in Fremdwährung sollen günstiger werden

14.06.16 08:33

FinTech Giroxx will FX-Zahlungsverkehr erleichtern

Von Desiree Backhaus

Bei Überweisungen in Fremdwährung müssen Mittelständler oft hohe Bankgebühren zahlen. Das FinTech Giroxx will das ändern. Der Ex-Banker und Gründer Klaus Hoffmann erklärt im Gespräch mit DerTreasurer wie das funktionieren soll.

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Seit wenigen Wochen ist Giroxx am Start. Das FinTech will Mittelständlern den Zahlungsverkehr in Fremdwährung erleichtern.

Bei grenzüberschreitenden Zahlungen sind vielen Treasurern die hohen und intransparenten Kosten ein Dorn im Auge. Besonders bei exotischen Währungen wird es oft teuer für Unternehmen. Hier will der Zahlungsverkehrsanbieter Giroxx ansetzen, der vor wenigen Wochen an den Start gegangen ist. „Unternehmen können mit uns 30 bis 40 Prozent ihrer Kosten im Auslandszahlungsverkehr einsparen“, verspricht Klaus Hoffmann, Mitgründer und Geschäftsleiter von Giroxx. In 22 Währungen bietet das FinTech derzeit Zahlungsverkehr an – darunter der US-Dollar und das britische Pfund, aber auch der rumänische Leu und der thailändische Baht. Weitere Währungen sollen bald folgen.

So funktioniert das System: Zunächst muss das Unternehmen einmalig ein Kundenkonto erstellen. Der Identifizierungsprozess dauert in der Regel einen Tag, bei Privatkunden geht es schneller. „Wir unterliegen denselben Know-Your-Customer- und Compliance-Vorschriften wie eine Bank“, erklärt Hoffmann, der selbst einen Bankenhintergrund hat: Für die Dresdner Bank, die Commerzbank und zuletzt die WestLB war er jahrelang in führenden Positionen tätig, unter anderem in der FX-Abteilung und im Auslands-Treasury.

Giroxx adressiert das Kontrahentenrisiko mit Treuhandkonten

Die Zahlung erfolgt dann in zwei Schritten: Nachdem ein Unternehmen die Überweisung in Fremdwährung in Auftrag gegeben hat, berechnet Giroxx auf Basis des aktuellen Wechselkurses den entsprechenden Betrag in Euro. Dazu addiert der Anbieter noch eine Sicherheitsmarge, um Währungsschwankungen abzufangen. „Entwickelt sich der Kurs jedoch zum Vorteil des Unternehmen, reichen wir dies komplett weiter und erstatten nicht nur die Sicherheitsmarge“, sagt Hoffmann. Im zweiten Schritt zahlt der Auftraggeber den Euro-Betrag dann auf ein Treuhandkonto bei der DZ Bank ein und der Anbieter überweist das Geld in der Fremdwährung an den Empfänger. Pro Überweisung, die maximal 1 Million Euro umfassen darf, verlangt Giroxx eine fixe Gebühr von 7 Euro.

Das FinTech hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt: In drei Jahren sollen über das Portal Zahlungen im Wert von 1 Milliarde Euro jährlich abgewickelt werden. Dafür hat Hoffmann 2.700 potentielle Zielkunden identifiziert: „Wir glauben, dass vor allem mittelständische Handelsbetriebe, Logistiker und Maschinenbauer von unserem Ansatz profitieren können.“

Gegenüber Wettbewerbern wie etwa Western Union Business Solutions (WUBS), die mit ähnlichen Angeboten punkten wollen, sieht sich Giroxx als deutsches Unternehmen im Vorteil: „Wir werden von der Bafin reguliert und unterliegen dem deutschen Recht.“ Das Kontrahentenrisiko adressiert der Anbieter mit den Treuhandkonten: „Das Geld der Kunden liegt nie auf unserem Firmenkonto“, sagt Hoffmann.

Backhaus[at]derTreasurer.de

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