FinTechs, Blockchain und Big Data könnten das Treasury revolutionieren. Doch wie genau? Dieser Frage sind BNP Paribas, SAP, PwC und der europäische Treasury-Verband EACT in Workshops, Interviews mit Praktikern sowie Marktanalysen nachgegangen. Erstes Ergebnis ist ein Report, der mögliche Anwendungsbereiche und Hürden skizziert.
Den großen Mehrwert der Blockchain-Technologie sehen die Autoren in der Vereinfachung des Dokumentenaustauschs. Erste Trade-Finance-Transaktionen gibt es bereits, der Report nennt elektronisches Bankkontenmanagement (eBam) und den Zahlungsabgleich als weitere mögliche Anwendungen. Von den aktuell 700 Anbietern, die sich mit Blockchain befassen, lohne es sich, etwa 150 genauer zu verfolgen.
FinTechs im Treasury: Es gibt noch Hürden
FinTechs sind schon weiter. Im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr, Working Capital Management, FX und in der Prozessoptimierung sieht der Report einige wenige „Early Adopter“ unter den Treasurern. Als Hürden für die Zusammenarbeit werden Sicherheitsbedenken, mangelndes Vertrauen und Regulierung, das Erreichen einer kritischen Masse und die fehlende Kompatibilität mit bestehenden Systemen genannt. Daraus schließen die Autoren, nicht ohne Eigeninteresse, eine Kooperation mit Banken und Softwareanbietern sei am erfolgversprechendsten auch für die FinTechs.
Auch 24/7-Echtzeitzahlungen sorgen für Veränderungen. Doch nur in Ausnahmefällen wie einem M&A-Deal hätten Treasurer Interesse an Bankangeboten in Echtzeit, so der Report. 70 Prozent der Sepa-Überweisungen würden bereits am selben Tag ausgeführt und gutgeschrieben. Der Mehrwert der Instant-Payment-Initiative der EZB für Treasurer sei daher beschränkt: als neue Bezahlmethode im Handel, als Ersatz für teure Eilzahlungen und für Geschäftsmodelle, die Zahlungen gleichzeitig zur Auslieferung erfordern. Die Initiative will weitere Reports und Dialogforen folgen lassen.
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Die Digitalisierung verändert das Treasury. Welche Rolle Start-ups dabei spielen, das erfahren Sie auf unserer Themenseite FinTechs im Treasury.
