Daimler und Dürr nutzen Marco-Polo-Plattform

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Der Automobilkonzern Daimler und der Maschinenbauer Dürr haben das Trade-Finance-Netzwerk Marco Polo getestet. Die Unternehmen wickelten einen Datentransfer zur Zahlungssicherung eines Handelsgeschäfts digital auf der Plattform ab, die auf der Blockchain-Technologie Corda basiert. Die LBBW, die seit fast einem Jahr bei Marco Polo engagiert ist, hat die Finanzierung und die Zahlungszusage bei diesem Geschäft übernommen. Es handelte sich um einen Test, die Transaktion an sich wurde über den herkömmlichen Weg abgewickelt.

Ziel der Pilottransaktion: Die ansonsten komplexe und langwierige Absicherung von Außenhandelsfinanzierungen schneller und einfacher ablaufen zu lassen. Der Prozess hat der Bank zufolge mit Hilfe der Distributed-Ledger-Technologie nur wenige Minuten statt der ansonsten üblichen Tage gedauert.

Handelsfinanzierung soll einfacher werden

Konkret sah die Transaktion so aus: Die Bestellung und Lieferung einer Auswuchtanlage der Dürr-Tochter Schenck wurde über das Marco-Polo-Netzwerk vereinbart und das Zahlungsziel durch ein Payment Commitment der Bank des Käufers abgesichert. Nachdem die Lieferung erfolgt ist, wurden die entsprechenden Lieferdaten in das Netzwerk geladen und automatisch mit den zuvor abgestimmten Daten abgeglichen und die unwiderrufliche Zahlungsverpflichtung ausgelöst.

„Handelsfinanzierungen bieten hohes Optimierungspotential“, kommentiert Jürgen Vogt, Director Treasury Controlling, Analytics & Standards bei Daimler die Transaktion. „Das Pilotprojekt mit Dürr und der LBBW ist für uns ein wichtiger Schritt, um die künftigen Möglichkeiten der Blockchain-Technologie auch in diesem Feld auszuloten und Handelsgeschäfte digitaler, effizienter sowie transparenter abwickeln zu können.“

Auch Susanne Schlegel, CFO von Carl Schenck und der Dürr-Division Measuring and Process Systems, sieht Vorteile bei der Abwicklung: „Mithilfe innovativer Plattformen und Technologien wie Marco Polo und Corda können wir die Komplexität in der Auftragsabwicklung reduzieren.“

Für die LBBW ist es bereits die dritte Pilottransaktion über Marco Polo. Doch es gab auch diesmal ein Novum: „Bei dieser Transaktion haben wir erstmals die volle Abwicklung auf den bestandsführenden Systemen der Bank erfolgreich getestet – ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Produktionsreife“, erklärte Matthias Heuser, Leiter International Trade and Payment Solutions der LBBW.

NLMK und deutsche Vesuvius testen ebenfalls Marco Polo

Auch der größte russische Stahlproduzent Novolipetsk Steel Company (NLMK) und die im Bereich Schmelzgusstechnik tätige Vesuvius GmbH haben gemeinsam mit ihren Banken, der Alfa-Bank und der Commerzbank, ein Pilotprojekt für grenzüberschreitende Zahlungen über Marco Polo lanciert. Für das Trade-Finance-Netzwerk ist es das erste russisch-deutsche Finanzierungsprojekt für Einfuhr- und Ausfuhrgeschäfte, teilte die Commerzbank am heutigen Freitag mit.

„Integrierte Working Capital-Lösungen die im direkten Zusammenhang mit dem Vertrag und den ausgestellten Rechnungen und Frachtpapieren stehen, kommen zweifellos allen Parteien zugute – und unsere Erfahrung mit Marco Polo hat gezeigt, dass Kernprozesse damit wirklich optimiert werden können“, sagte Christian Greving, Cash Coordinator Treasury bei der in Deutschland tätigen Vesuvius-Gesellschaft.

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Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.