ESG-linked Loan: Der Modekonzern Hugo Boss hat nun auch den Markt für nachhaltige Finanzierungen betreten.

Hugo Boss

03.12.21
Finanzen & Bilanzen

ESG-linked Loan gibt Hugo Boss Raum für Wachstum

Hugo Boss hat einen ESG-linked Loan abgeschlossen. Damit sichert sich das Modeunternehmen laut CFO Yves Müller finanziellen Spielraum für seine Wachstumsstrategie.

Das Modeunternehmen Hugo Boss betritt zum ersten Mal den Markt für nachhaltige Finanzierungen. Für die Premiere haben sich die Schwaben einen ESG-linked Loan ausgesucht. Der neue revolvierende Konsortialkredit hat ein Volumen von 600 Millionen Euro, läuft drei Jahre und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Zudem hat Hugo Boss die Möglichkeit, das Kreditvolumen um bis zu 300 Millionen Euro zu erhöhen. Mit dem neuen Konsortialkredit löst das Unternehmen aus dem schwäbischen Metzingen das bisherige syndizierte Darlehen über 633 Millionen Euro ab.

Hugo Boss integriert vier KPIs in ESG-linked Loan

Wie für einen ESG-linked Loan typisch, sind die Zinskonditionen des neuen Kredits daran geknüpft, ob Hugo Boss seine fest definierten Nachhaltigkeitskriterien erfüllt. Das Modeunternehmen konzentriert sich dabei auf vier KPIs: die Reduzierung von CO2-Emissionen, den Anteil von Frauen in Führungspositionen, faire Arbeitsbedingungen bei Lieferanten sowie die Verwendung nachhaltigerer Baumwolle.

Erreicht Hugo Boss die gesetzten ESG-Ziele, reduziert sich die Zinsmarge. Werden sie verfehlt, erhöht sie sich in der Regel. Nähere Details hierzu sind nicht bekannt. Normalerweise bewegt sich aber ein potentieller Zinsvorteil im Bereich von wenigen Basispunkten.

„Die Kreditzusage sichert uns zusätzlichen finanziellen Spielraum um ,CLAIM 5‘ in den kommenden Jahren konsequent und erfolgreich umzusetzen“, sagt Yves Müller, CFO von Hugo Boss. Dahinter verbirgt sich die Wachstumsstrategie des Modeunternehmens, mit der die Schwaben ihren Umsatz bis 2025 auf 4 Milliarden Euro verdoppeln wollen.

Hugo Boss hebt Ausblick für 2021 an

Im dritten Quartal dieses Jahres konnte Hugo Boss eigenen Angaben zufolge erstmals wieder Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vor-Pandemie-Niveau steigern. Der Konzernumsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum währungsbereinigt um 40 Prozent auf 755 Millionen Euro zu. Auch das operative Ergebnis (EBIT) lag mit 85 Millionen Euro deutlich über dem Vorjahresniveau von 15 Millionen Euro. Angesichts dieser Entwicklung hat das Modeunternehmen sogar seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Das EBIT soll nun zwischen 175 Millionen Euro und 200 Millionen Euro liegen.

Im vergangenen Jahr musste Hugo Boss einen Verlust ausweisen: Das EBIT lag damals bei minus 236 Millionen Euro. Das Modeunternehmen war 2020 wie viele Wettbewerber von den vorübergehenden Schließungen während der Corona-Pandemie schwer getroffen worden und hatte sich einen strengen Sparkurs verordnet. Der Aktienkurs hat sich von dem Schock aber wieder erholt und im Vergleich zum Frühjahr 2020 mehr als verdoppelt.

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