Green-Finance: Mann+Hummel mit neuem ESG-linked Schuldschein

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Mann+Hummel hat einen neuen Schuldschein platziert. 185 Millionen Euro haben die Ludwigsburger dabei eingesammelt. „Wir freuen uns, dass wir im derzeit herausfordernden Marktumfeld die Investoren abermals von Mann+Hummel überzeugen konnten und eine deutliche Überzeichnung erzielt haben“, kommentiert Treasury-Chef Dominik Paschinger die Transaktion.

Mann+Hummel litt im vergangenen Jahr unter den Nachwirkungen der Pandemie sowie unter gestörten Lieferketten und der Inflation. Das Familienunternehmen musste im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 9 Millionen Euro verzeichnen, bei einem Rekordumsatz von 4,8 Milliarden Euro.

Mann+Hummel gewinnt EBRD als neuen Investor

Der Schuldschein fällt mit 185 Millionen etwas größer aus als die vorherige Transaktion 2021 über 150 Millionen Euro. Er besteht aus Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf, sieben und zehn Jahren, die sowohl fix als auch variabel angeboten wurden. Über 30 Investoren haben den Schuldschein gezeichnet, dabei waren sowohl internationale Geschäftsbanken und Sparkassen als auch Volks- und Raiffeisenbanken, berichtet Paschinger.

„Wir freuen uns, dass wir auch erstmals die European Bank for Reconstruction and Development (EBRD) als Investor gewinnen konnten“, ergänzt er. Die EBRD hat sich mit 20 Millionen Euro an der Schuldscheintransaktion beteiligt. „Da die ursprünglich geplante Vermarktungsphase für die EBRD zu knapp bemessen war, haben wir eine spezielle ‚Nachzügler‘-Tranche angeboten“, erklärt Paschinger. Der Kontakt sei durch die Arrangeure LBBW, Helaba und Unicredit zustandegekommen.

„Als Filtrationsspezialist mit diversen Produktionsstätten in Osteuropa ist es für uns sehr wichtig, mit der EBRD eine Förderbank mit regionalem Schwerpunkt in Mittel- und Osteuropa als Investor mit an Bord zu haben“, erklärt Paschinger. Mit dem Erlös werden allgemeine Unternehmenszwecke und Projekte finanziert, die entweder die Energieeffizienz in den Werken verbessern oder den Ausbau der Produktionsfazilitäten für E-Mobilität fortsetzen. Die EBRD verweist speziell auf Standorte n der Ukraine, Polen, Tschechien sowie Bosnien und Herzegowina, die so unterstützt werden sollen.

So sieht der ESG-Link aus

Mann+Hummel ist bereits bekannt am Green-Finance-Markt und setzt auch diesmal auf einen ESG-Link. Der Schuldschein ist an das Ecovadis-Rating gekoppelt. Die Schwellenwerte für die Anpassung des Zinssatzes werden laut Paschinger während der Laufzeit dreimal verschärft, „so dass wir unser Rating kontinuierlich verbessern müssen, um von einem niedrigeren Zins zu profitieren“, erklärt er.

Koegler[at]derTreasurer.de

Antonia Kögler ist Redaktionsleiterin bei DerTreasurer. Sie schreibt über Finanzierung und Asset Management und verfolgt alle Entwicklungen rund um das Thema Sustainable Finance.