Größter bisheriger Zukauf: Covestro erwirbt für 1,61 Milliarden Euro das Geschäft mit Beschichtungsharzen und Glasfaserkabelbeschichtungen von DSM.

Covestro

02.12.20
Persönlich & Personal

„Wir haben ESG-Komponente in Bridge inkludiert“

Covestro stemmt in der Corona-Pandemie die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte. Was der Zukauf für den Finanzbereich des Werkstoffherstellers bedeutet, erläutert Finanzleiter Thomas Böttger.

Covestro stemmt gerade mitten in der Coronakrise den größten Zukauf in seiner Firmengeschichte: Der Dax-Konzern erwirbt vom niederländischen Chemiekonzern DSM das Geschäft mit Beschichtungsharzen und Glasfaserkabelbeschichtungen (Resins & Functional Materials, kurz RFM) für 1,61 Milliarden Euro. Dabei hat die Pandemie auch bei den Leverkusenern Spuren hinterlassen: Im dritten Quartal ist der Umsatz um rund 13 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zurückgegangen.

„Trotz dieses schwierigen Umfeldes war schnell klar, dass diese Transaktion für uns finanzierbar sein wird“, sagt Thomas Böttger, Global Head of Finance and Insurance bei Covestro, gegenüber DerTreasurer. „Wir sind durch unsere entschiedenen Managementmaßnahmen zu Beginn der Coronakrise im Hinblick auf Liquidität und Finanzierung solide aufgestellt, um auch in dieser unsicheren Zeit solch eine ideale Akquisitionsopportunität stemmen zu können.“

Covestro hatte im Frühjahr unter anderem sein Investitionsprogramm zurückgefahren, die Dividende für 2019 halbiert und zusätzliche Einsparmaßnahmen beispielsweise durch geringere Reisetätigkeit oder einen freiwilligen Gehaltsverzicht bei entsprechend reduzierter Arbeitszeit realisiert.

Ziel: Investmentgrade-Rating bei Ausfinanzierung halten

Als sich dem Konzern die Gelegenheit bot, die Sparte von DSM zu übernehmen, schlug man zu. Die Zielvorgabe für den Finanzleiter und sein Team war schnell klar: Die Ausfinanzierungsstruktur sollte der Verpflichtung zu einem soliden Investmentgrade-Rating von Covestro Rechnung tragen. Moody's bewertet den Werkstoffhersteller seit Anfang Juni mit Baa2, der Ausblick ist jedoch negativ.

„Im ersten Schritt haben wir mit zwei Banken, die ein Underwriting gestellt haben, eine Brückenfinanzierung über 1,65 Milliarden Euro vereinbart“, erläutert Böttger seinen Plan und weist stolz auf eine Besonderheit im Kreditvertrag hin: „Wir haben eine ESG-Komponente in die Brückenfinanzierung inkludiert.“ Es dürfte eine der ersten Akquisitionsfinanzierungen mit einer nachhaltigen Komponente in Europa sein.

Wie die Funktionalität der ESG-Komponente ausgestaltet ist und welchen Plan Finanzleiter Thomas Böttger für die Ausfinanzierung hat, erfahren Sie im E-Magazin 22-2020.

Paulus[at]derTreasurer.de

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