Die Porsche Holding in Salzburg ist der größte Automobilhändler in Europa und vertreibt die Marken der VW-Gruppe.

Porsche SE

14.12.18
Finanzen & Bilanzen

Porsche Holding schließt Blockchain-Kredit mit BBVA ab

Die Porsche Holding hat mit der BBVA einen Akquisitionskredit abgeschlossen. Der Clou: Der Autohändler aus Salzburg hat dabei die Blockchain-Technologie genutzt – wie zuvor schon einige BBVA-Kunden in Spanien.

Eine VW-Tochter auf innovativen Wegen: Die Porsche Holding hat einen mittelfristigen Akquisitionskredit über 150 Millionen Euro unter Einsatz der Blockchain-Technologie platziert. Damit finanziert der Salzburger Autohändler strategische Zukäufe im Bereich des Händlernetzwerkes in Europa und Asien. 

Nach Angaben der BBVA handelt es sich dabei um den ersten Blockchain-Akquisitionskredit. Der Vorteil für die Bank und den Kunden Porsche: Die Verhandlungen können nahezu in Echtzeit durchgeführt werden, was insbesondere für das Pricing und den Austausch von Dokumenten von Vorteil ist. Auch operative Risiken können durch die Technologie minimiert werden.

Einschränkend muss erwähnt werden, dass aus regulatorischen Gründen parallel nach wie vor der traditionelle Prozess gefahren wurde. Und: Durch ihren Pilotcharakter war die Transaktion insgesamt aufwendiger als sie künftig sein könnte, sollte der Blockchain-Kredit in Serie geht. Doch der Aufwand soll sich lohnen: Die Digitalisierung sei ein „integraler Bestandteil der Strategie 2025“ der Porsche Holding, sagte Dominik Paschinger, der Porsches Corporate-Finance-Center in Belgien leitet und die Transaktion federführend begleitet hat. Er glaubt an das Potential der Blockchain-Technologie. 

BBVA will Blockchain hierzulande vorantreiben

Für die spanische Großbank BBVA ist der Porsche-Kredit die erste größere derartige Transaktion im deutschsprachigen Raum. Mit Blockchain-Finanzierungen bei spanischen Kunden hat die Bank bereits einige Erfahrungen gesammelt. Das spanische IT-Unternehmen Indra hat im April 2018 einen bilateralen Langfristkredit über 75 Millionen Euro abgeschlossen. Im Juni folgte der Mineralölkonzern Repsol mit einem Betriebsmittelkredit („RCF“) über 325 Millionen Euro. Ebenfalls einen RCF über 100 Millionen Euro platzierte die spanische Hochtief-Mutter ACS im Juli. Im November kam dann Red Eléctrica, ein spanischer Übertragungsnetzbetreiber, mit dem ersten syndizierten RCF an den Markt.

Das Thema Blockchain hierzulande vorantreiben will Frank Hoefnagels, Leiter der BBVA CIB in Deutschland. Das Ziel sei es, die Geschwindigkeit beim Kreditabschluss zu erhöhen und Prozesse zu vereinfachen. Dies sei gemeinsam mit der Porsche Holding nun gelungen.

Neues Feld für die Blockchain

Mit den kurz- und langfristigen Kreditfinanzierungen erschließen Finanzinstitute und Unternehmen ein weiteres Feld der Unternehmensfinanzierung. Bisher lag der Fokus der Blockchain-Transaktionen im deutschsprachigen Raum auf Schuldschein-Transaktionen und Trade-Finance-Initiativen.

Neben den Pilottransaktionen steht aber die flächendeckende Nutzung der Technologie noch aus. Insbesondere im Automotive-Sektor wächst aber der Glaube an die Möglichkeiten der Blockchain, wie die Pilottransaktionen von der Porsche-Holding, Daimler und auch Audi zeigen. „Aus unserer Sicht ist die Blockchain nicht einfach ein Hype, sondern eine neue Kerntechnologie – ähnlich wie vor gut 25 Jahren das Internet“, sagt etwa Audis Treasurer Alexander Dietlmeier in der neuen Printausgabe von DerTreasurer.

Dentz[at]DerTreasurer.de

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