Die Raiffeisen Bank International startet mit Yellowe nun eine eigene digitale Schuldscheinplattform.

Raiffeisen Bank International

26.03.19
Finanzen & Bilanzen

RBI zieht mit digitaler Schuldscheinplattform nach

Die RBI hat nun ebenfalls eine digitale Plattform für Schuldscheine aufgelegt. Und das obwohl die Bank schon mit einer anderen Plattform kooperiert.

Die Raiffeisen Bank International (RBI) startet eine eigene digitale Plattform für Schuldscheine. Das teilte die zweitgrößte österreichische Bank am heutigen Dienstag mit. Die Plattform mit dem Namen Yellowe – eine Zusammensetzung aus den englischen Wörtern „yellow“ und „owe“ („gelb“ und „schulden“) – wickelt den gesamten Emissionsprozess digital ab. Das umfasst die Erstellung des Termsheets und des Darlehensvertrags, die Einladung der Investoren, das Bookbuilding und die Zuteilung an Investoren sowie die Erstellung des Zeichnungsscheins.

Wettbewerb unter Schuldscheinplattformen steigt

Mit diesem Schritt steigt die RBI ins Wettrennen der digitalen Schuldscheinplattformen ein. Es gibt inzwischen eine Reihe solcher Angebote: Im Sommer vergangenen Jahres hat der Schuldscheinmarktführer LBBW zusammen mit der Börse Stuttgart die Plattform Debtvision aufgelegt. Kurz danach folgte die HSBC mit Synd-X. Im November lancierte die NordLB die Plattform Finpair. Neben diesen bankgetriebenen Plattformen gibt es noch die Plattformen der beiden unabhängigen Fintechs Firstwire und Credx sowie die des unabhängigen, aber banknahen Fintechs VC Trade.

Damit ist die neue RBI-Plattform Yellowe die siebte für Treasurer relevante digitale Plattform. Die österreichische Bank will nun in Kürze mit der Vermarktung der Plattform beginnen – bei möglichen Emittenten und Investoren. „Durch die digitale Abwicklung wird es uns möglich sein, auch Schuldscheine mit kleineren Volumina zu marktüblichen Gebühren durchzuführen“, sagt Michael Bures, Head of Debt Capital Markets Corporates bei der RBI, zu DerTreasurer. Um dabei den Qualitätsstandard im Schuldscheinmarkt zu gewährleisten, sollten alle Emittenten bankintern ein Investmentgrade-Rating haben oder nur leicht darunter liegen.

RBI bekennt sich zum Arranger-Modell

Der Launch einer eigenen Plattform der österreichische Bank kommt überraschend, denn das Institut ist bereits bei der Konkurrenz-Plattform VC Trade als Kooperationspartner mit an Bord. „Wir sind sehr zufrieden mit VC Trade, und sehen die Plattform gerade für große Transaktionen als die richtige an“, erklärt DCM-Chef Bures. Aufgrund der genossenschaftlichen Struktur der RBI und dem  Geschäft in Zentral- und Osteuropa könne sich eine eigene Plattform jedoch lohnen, ist er überzeugt.

Die RBI bekennt sich bei ihrer neuen Plattform klar zum Arranger-Modell – wie auch VC Trade: „Ohne Bank geht auf Yellowe nichts, es muss immer ein Arranger dabei sein“, betont Bures. Damit grenzt sich die österreichische Bank von den anderen bankgetriebenen Plattformen ab. Denn auf Debtvision, Synd-X und Finpair können Unternehmen die Emission auch in Eigenregie durchführen.

Paulus[at]derTreasurer.de

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