Treasury-Leiter Andreas Wiederhold hat für Jenoptik den ESG-linked Schuldschein platziert.

Jenoptik

20.04.21
Finanzen & Bilanzen

„Fiktiv eine Euro-Finanzierung dargestellt“

Jenoptik hat einen ESG-linked Schuldschein platziert. Neben der Nachhaltigkeitskomponente birgt das Papier aber noch zwei weitere Besonderheiten, erläutert Treasury-Leiter Andreas Wiederhold im Interview.

ESG-linked Schuldscheine gehören inzwischen fast zum Standard-Repertoire am Markt für nachhaltige Finanzierungen. Auch der Technologiekonzern Jenoptik hat dieses Instrument als Einstieg in diesen Markt genutzt. Ende März platzierte Jenoptik einen Schuldschein mit Nachhaltigkeitskomponente. Wegen der großen Nachfrage verdoppelte der Konzern das ursprünglich anvisierte Volumen auf 400 Millionen Euro.

Das Papier, das Jenoptik teilweise über die digitale Plattform VC Trade platziert hat, umfasst mehrere Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren, die nicht nur in Euro, sondern in geringerem Umfang auch in US-Dollar und zum überwiegenden Teil mit einer sechs Monate in der Zukunft liegenden Erstvalutierung zum 30. September 2021 begeben wurden.

Warum Jenoptik einen ESG-linked Schuldschein platziert

Herr Wiederhold, Jenoptik hat gerade den dritten Schuldschein in der Unternehmensgeschichte platziert. Warum sollte es diesmal ein ESG-linked Schuldschein sein?
Für Jenoptik ist Nachhaltigkeit ein fester Teil der Unternehmensstrategie. Wir wollten das Ganze nun auch in der Finanzierung verankern und uns daran messen lassen.

Im Schuldscheindarlehen sind drei verschiedene ESG-Kennzahlen eingebaut, die die Themen Umwelt, Soziales und Corporate Governance adressieren.
Ja genau, wir setzen dabei auf konkret überprüfbare Ziele zur Nachhaltigkeit in der Lieferkette, zum konzernweiten Ökostrom-Anteil sowie im Bereich Diversität.

Wie lauten diese Ziele in Zahlen genau?
Mit Blick auf die Lieferkette soll der Anteil der auf Nachhaltigkeit überprüften Lieferanten, bei denen wir ein Einkaufsvolumen von mehr als 200.000 Euro p.a. haben, bis 2022 bei mehr als 40 Prozent liegen. Bis 2025 wollen wir den Wert auf 50 Prozent steigern.

Und bei den beiden anderen KPIs?
Der konzernweite Ökostrom-Anteil soll auf 70 Prozent im Jahr 2022 und 75 Prozent bis 2025 steigen. Die Diversität der Führungskräfte messen wir an den beiden Kriterien Gender und Nationalität. Wir haben den konzernweiten Anteil unserer Führungskräfte, die weiblich sind oder eine ausländische Nationalität haben, berechnet und daraus den Durchschnitt gebildet. Diesen Durchschnitt wollen wir auf 30 Prozent 2022 und 33 Prozent 2025 steigern.

Warum sich Jenoptik gegen die klassische Kopplung an ein ESG-Rating entschieden hat, welchen Zinsvorteil das Unternehmen bei Erreichung der Ziele generieren kann und welche weiteren Besonderheiten der Schuldschein hat, erfahren Sie nach dem Login im E-Magazin 7-2021.

Paulus[at]derTreasurer.de